Diese Woche in VAN
Interview
»Es bleibt ein ganz großes Rätsel.«
Julia Kerrs Oper ›Der Chronoplan‹ wird etwa 90 Jahre nach ihrer Entstehung am Staatstheater Mainz uraufgeführt, vervollständigt und in Teilen instrumentiert von Norbert Biermann. Ein Gespräch über Kerrs Tonsprache und ihre Entwicklung als Künstlerin, die durch die Flucht vor den Nationalsozialisten abrupt endete
Diese Woche in VAN
Gastbeitrag
Karambolage in Zeitlupe
Andreas Staier entdeckt während eines Krankenhausaufenthalts Bachs ›Englische Suiten‹
Diese Woche in VAN
Interview
»Wir haben nichts zu beherrschen.«
Als Gesangsstudentin kam Jinok Kim 1978 nach Deutschland. Eine Stimmkrise beendete ihre Karriere als Sängerin – sie widmete sich Keramik und koreanischer Küche und eröffnete mit 66 Jahren eines der spannendsten Restaurants Berlins.
Diese Woche in VAN
The Society of Music
Irgendwie prä-postdramatisch
Iván Fischer ist ein eminenter Musiker. Ist er auch Regisseur? Eine spätabendliche Diskussion, am Tag nach seinem ›Don Giovanni‹-Gastspiel in Baden-Baden. (We agreed to disagree.)
»Der Glaube, dass man etwas ›historisch getreu‹ macht, war mal ein wichtiges Vehikel, aber das ist eine dumme Sache.«
Lajos Rovátkay, vor 90 Jahren in Budapest geboren, ist einer der Pioniere der historisch informierten Aufführungspraxis. Volker Hagedorn hat ihn in seiner Wohnung in Hannover getroffen und ist mit ihm durch die Jahrhunderte gesurft.

»No gods. No maestros.« oder »440 Hz ist kalter Kaffee« – Die Tasse zum VAN Jahresabo
Mit den VAN-Tassen und guter Stimmung in den Tag starten. Ab sofort zu jedem neuen Jahresabo.
Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester
Kolumnen
Albrecht Selge
Hundert 11
Mädel, was fangst du jetzt an?
»Wie ein offnes Rasirmesser« hetze der Protagonist durch die Welt, heißt es bei Büchner, aber diese Musik ist voll Erbarmen: Zum 100. Jahrestag der Uraufführung dirigiert Christian Thielemann an der Staatsoper Unter den Linden Alban Bergs ›Wozzeck‹ mit einer Traumbesetzung
Schimmern und Zwitschern
Es gibt mehr Klarinettenquintette als die klassischen drei von B-M-W. Ein besonderes, gewichtig auf leichte Art, führen Jörg Widmann und das Signum Quartett im Berliner Boulezsaal auf
Verismo trifft Film noir
Ein perfekt knackiger Opernabend: Premiere von Umberto Giordanos ›Fedora‹ an der Deutschen Oper Berlin
Holger Noltze
The Society of Music
Wir haben verstanden. Echt jetzt!
Hotel Europa am Ende des Jahres: Dmitri Tcherniakov zündet in Amsterdam das große Feuer zur Zeitenwende, die Alte Welt lässt sich vom gelben Zampano das Fürchten lehren und sollte seine Diversität endlich als Zaubertrank entdecken
Now and then
Adventsgedanken zu Musik, Neuen Medien und Paul McCartneys letztem Track
Fühlt ihr’s, Freunde? Seht und fühlt ihr’s nicht?
Man könnte denken, die Oper sei eine Übung darin, am Schrecken des Todes vorbeizusehen, so oder so. Anna Smolars Inszenierung von Edisson Denissows ›L’Écume des jours‹ an der Opéra de Lille lässt das nicht zu
Volker Hagedorn
Rausch & Räson
Treffen am Südpol
Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.
Die letzte Diva
In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts
Krummes Ding
Sechs Millionen Dollar für die Erlaubnis, eine Banane an die Wand zu kleben – was könnte außer Hype dahinterstecken? Fragt sich Volker Hagedorn mit einem Seitenblick auf die Musik, die im Schatten solcher Rekorde nur bescheiden einen Hit von 1923 wiederholen kann: »Yes! We Have No Bananas«
120 Jahre ›Salome‹
»Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt!«
Die Entstehung der Oper ›Salome‹, am 17. Mai 1906 von Graz aus gesehen
Schreckliches wird geschehen?
Es geht wieder los. Gedanken vor dem Abflug in die bekannten Sternbilder des Opern-Repertoires: Was sehen wir, wenn wir ›Salome‹ ansehen?
115 Jahre Kopf des Jochanaan
Oder: »Dance for me, dance for me, dance for me, oh, oh, oh!«
Richard Strauss – der Maskenmann
Ein Drehtermin in der Strauss-Villa in Garmisch-Partenkirchen
Mit Strauss zurück in die Zukunft
In einer mehrwöchigen Strauss-Sause an der Deutschen Oper Berlin geht es turbulent zu: von Ehekrise bis Muttermord, von genderfluider Zeitreise bis zum Psychopuppentanz im Schlipsladen – aber liebt das Publikum Strauss noch?
What’s up with … Richard Strauss?
Nichts ist fertig. Wir fragen den aktuellen Forschungsstand zu den Klassikern ab. Heute: Wie Richard Strauss das Geschrei hinter sich ließ und warum er einer von uns sein könnte.
Recherchen
Alles außergewöhnlich
Die Komische Oper veranstaltet einen Musical-Blockbuster im Tempelhofer Flughafen und gibt dafür mehrere Millionen aus. Ermöglicht wird das auch durch einen Sonderetat, dessen Zweck und Verwendung Fragen aufwerfen.
»Man steht im Supermarkt und denkt sich: Scheiße, was kann ich mir hier noch leisten?«
Leeres Konto trotz Rampenlicht: Selbst wenn sie Hauptrollen in Musiktheaterproduktionen spielen, balancieren Solist:innen an deutschen Häusern oft am Rande des Prekariats
Komische Oper
Wie sorgfältig geht die Leitung der Komischen Oper Berlin mit öffentlichen Geldern um?
Rundfunkorchester
»Die Axt an die Ensembles wird heute keiner mehr ansetzen.«
Vor 30 Jahren wurden in Berlin vier Rundfunkensembles aus Ost und West unter dem Dach einer Klassik-Holding vereint. Die Anfangsjahre der »Rundfunk-Orchester und -Chöre gGmbH Berlin« waren so kompliziert wie ihr Name. Mittlerweile gilt die ROC als Modell mit Vorbildfunktion. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Anselm Rose über die Altlasten der Vergangenheit, Baustellen der Gegenwart und Ungewissheiten der Zukunft
»Jedes Orchester kann sagen: ›Wir warten auf Sie alle im Konzertsaal.‹ Aber das reicht nicht.«
Kazuki Yamada ist Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra und designierter Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters. Wie prägen seine Erfahrungen in Birmingham seine Zukunftspläne für Berlin?
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann konstituiert sie sich noch heute
Die ARD soll die Zukunft ihrer Klangkörper prüfen und richtet eine Arbeitsgruppe ein. Oder doch nicht?
Rundfunkorchester ohne Rundfunk
Wie die FDP auf ihrem Parteitag die Zukunft der Rundfunkensembles diskutiert
»Wir vergessen die Zeit, den Zweck, wir vergessen für ein, zwei Stunden unsere Sterblichkeit.«
Navid Kermani wuchs mit Neil Young und Led Zeppelin auf. Mit 20 entdeckte er die Unergründlichkeit klassischer Musik. Ein Gespräch über Schubert, schlechte Laune beim Kulturradio und die Kölner Philharmonie als Zufluchtsort.
Lied
Ich kann’s nicht fassen
Schumanns ›Frauenliebe und Leben‹ zwischen zeitlosem Meisterwerk und überholter Männerfantasie
»›Liederabende sind tot – was machen wir?‹ Diese Diskussion gibt es schon seit fünfzig Jahren!«
Benjamin Appl singt um die 50 Liederabende im Jahr. Wie sieht er die Zukunft dieser Gattung?
Geselle, mir nach!
Vor 200 Jahren komponierte Franz Schubert ›Die Schöne Müllerin‹. Über einen Zyklus, an dem sich selbst Fritz Wunderlich zunächst die Zähne ausbiss, und die verschiedenen Gesichter des liebeskranken Müllerburschen
Alles war, nichts ist.
Franz Schuberts dunkler ›Doppelgänger‹ durchleuchtet – mit neun Aufnahmen im Vergleich.
Musikwissenschaft
Dünnes Eis
Erst wurden zwei neue Chaconnen von Johann Sebastian Bach mit viel Tamtam vorgestellt und ins BWV aufgenommen, jetzt diskutiert die Fachwelt: Sind die Werke wirklich von ihm?
Von ›Draußen‹ nach ›Drinnen‹
Über die steinigen Anfänge der Geschlechterforschung in der Musikwissenschaft. Ein Erfahrungsbericht von Beatrix Borchard
Ein unbequemer Solitär
Der US-amerikanische Musikwissenschaftler Richard Taruskin (1945–2022) ist gestorben. Ein Nachruf
»Den späten Beethoven langsam zu spielen, ist eine Frage der Ideologie«
Musikwissenschaftler Marten Noorduin über historische Belege, die darauf hindeuten, dass die langsamen Sätze aus Beethovens Spätwerk eigentlich viel schneller gespielt werden müssten
Likörchen mit dem Revolutionär
What’s up with Christoph Willibald Gluck? Über einen anspruchsvollen Regisseur und findigen Geschäftsmann
Johann Sebastian Bach
»Es kann passieren, dass einen die Schönheit von Bach erst später im Leben trifft, wie ein Blitz.«
Dirigent, Komponist und Cembalist Masato Suzuki über das Komponieren in Mozarts Fußstapfen, das Prekariat der Alten Musik und die Schönheit eines betagten Publikums
Schweben mit Bach
Vor 50 Jahren kam Tarkowskis ›Solaris‹ in die Kinos, vor 61 Jahren Pasolinis ›Accattone‹ – beides Filme, an deren Magie und Intensität Werke von J.S. Bach großen Anteil haben und die uns gleichzeitig diese Musik besonders nahebringen.
»Ich öffne eine Weinflasche, hole ein Brötchen, spiele mit den Enkeln, und plötzlich beginnt die Kantate in mir zu klingen.«
Rudolf Lutz bringt mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen alle gut 200 Bach-Kantaten auf die Bühne. Hartmut Welscher sprach mit dem Dirigenten, Organisten, Alleinunterhalter, Kollektivspieler, Bandleader, Nerd und Genussmenschen.
Teilhabe
Die Akzeptanz für die öffentliche Finanzierung von Berliner Kulturinstitutionen wächst, die Zufriedenheit mit Angeboten in einzelnen Bezirken sinkt
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, stellt erste Ergebnisse einer repräsentativen Befragung vor
»Ich habe selten erlebt, dass Kulturpolitik sagt: Vermittlung soll prioritär sein oder mindestens genauso wichtig wie Programm.«
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, über Kassiererinnen in der Oper, Barrieren kultureller Teilhabe und die Gefahr schwindender Akzeptanz für Kultureinrichtungen
Die Macht des Schicksals
Erfolgreiche Musiker:innen-Karrieren beruhen in Deutschland nicht unbedingt auf dem Talent und dem Leistungswillen der Kinder und Jugendlichen, sondern dem Einkommens- und Bildungsniveau der Eltern
Musik ist keine heilige Kuh
Barbara Balba Weber über »Entfesselte Klassik«, ihr Grundlagenbuch für die künstlerische Musikvermittlung.
»Die Strukturen müssen sich dem Menschen anpassen.«
Schauspielerin Jana Zöll über Zugangsbarrieren auf, hinter und vor der Bühne.
1. DAN statt 3. Preis
Der Wettbewerb »Jugend musiziert« erzeugt Frust und motiviert nur die, die ohnehin sehr gut sind. Geht das auch anders? Ein Kommentar von Ulrich Haider.
Musikhochschulen
»Auf Seiten der Lehrenden besteht ein Bedarf an Weiterbildung.«
Bayern führt als erstes Bundesland ein Zertifikat für Lehrende an Musikhochschulen ein. Julia Rupprecht, Referentin für innovative Lehre an der Hochschule für Musik und Theater München, über Idee und Gestaltung des neuen Fortbildungsprogramms
»Wir kaufen gar nichts, keinen einzigen Notenständer.«
Auch an den Berliner Kunsthochschulen wird drastisch gespart. Was bedeutet das für die Musikstudierenden?
Zitterpartie geht weiter
Der Berliner Finanzsenator will offenbar keine zusätzlichen Mittel für die Festanstellungen an Musikschulen zur Verfügung stellen. Damit könnten 25 bis 30 Prozent der Unterrichtsplätze wegfallen.
»Ich war mit der Einstellung ins Studium gekommen, dass man sich nicht so anstellen darf und das zum Beruf gehört.«
Szenen mit extremer körperlicher Nähe werden auf der Opernbühne zunehmend bewusst choreographiert, durch sogenannte Intimitätskoordination. Welche Rollen spielen die Musikhochschulen bei diesem Bewusstseinswandel?
Korrupte Konservatorien
Vorwürfe am Zentralen Musikkonservatorium in Peking offenbaren strukturelle Probleme an chinesischen Musikhochschulen
Klimawandel
Die Studierendenvertretungen der Musikhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangen gemeinsam ein entschiedeneres Vorgehen gegen Machtmissbrauch. Ein Blick auf Erfahrungen, Forderungen und den aktuellen Stand der Umsetzung.


















