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Ein Herr

Einer seiner letzten Texte in der F.A.Z. war der Nachruf auf den belgischen Bariton José van Dam. Es war einer dieser einlässlichen, genauen Texte, wie man sie von ihm kannte, und er eröffnete sie mit einer überraschend grundsätzlichen Frage: ob es sängerisches Genie gebe. Überraschend, weil er selbst ja vielfach und in einem langen Kritikerleben […]

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Möschs Bayreuth

Diesen Freitag werde ich mich mit Stephan Mösch unterhalten, beim Wagner-Kosmos, den Dortmunds Opernintendant Heribert Germeshausen jedes Jahr um des Meisters Geburtstag herum als eine Art Familientreffen mit Vorträgen, Diskussionen und abends Aufführungen organisiert. Mösch ist Professor für Geschichte, Ästhetik und künstlerische Praxis des Musiktheaters in Karlsruhe, aber auch Kritiker, für FAZ und Opernwelt, und er ist […]

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Weimarer Klassik

Es sei ihm, hat er einmal gesagt, nie gelungen, sich prominent zu finden. Er war es aber doch, seine Prominenz war eine eigener Art; Peter Gülke war kein Pultstar, alles Pfauenhafte, eine Jet-Set-Existenz musikalischer All-Präsenz lag ihm fern. Wenn, im Deutschen jedenfalls, ein Dirigent als guter »Kapellmeister« gelobt wird, dann schwingt dabei immer auch der […]

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Mittwochabend am Gral

Alles sollte es sein, bloß keine »Oper«. Und so gab Wagner seinem opus ultimum den krudesten aller Genretitel: Bühnen-weih-fest-spiel. Was das nun soll? – ›Das sagt sich nicht‹, ließe sich Ritter Gurnemanz zitieren, als der reine Tor Parsifal, noch nicht durch Mitleid wissend geworden, fragt, worum es sich bei diesem Gral denn wohl handelt. Irgendwie […]

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Nicht schreien!

Am Sonntagmorgen hatte ich im Deutschlandfunk ›Die neue Platte‹ gehört, und die neue Platte war Raphaël Pichons Aufnahme der Johannes-Passion, »pünktlich zum Osterfest«: Der geschätzte Rezensent war sehr angetan, und über Pichons elastisch detailfreudiges und dabei unmittelbar berührendes Musikmachen mit dem sensationellen Chor und Ensemble Pygmalion hatte ich mich auch hier schon gefreut. Am Sonntag […]

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Wellness im Neokortex

Gerade ziehen sich die Weltuntergangswolken wieder finster zusammen, es fehlen einem ja bald die Worte, und ab jetzt schaut höchstens noch der Geist von Habermas aus leerem Himmel auf all den irdischen Unsinn, mutmaßlich kopfschüttelnd. Da kommt eine gute Nachricht in der F.A.Z. gerade recht. »Neuste Erkenntnisse belegen: Wir können den gesundheitsfördernden Wert von Schönheit […]

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Edmond Dédé, remembered [Bookletology #4]

Reiner Zufall, dass Morgiane, ou, Le Sultan d’Ispahan eine etwas konventionelle Heiratsverwicklungsgeschichte eben da spielt, wo gerade (neben anderen Orten) US-amerikanische Marschflugkörper ein marodes Regime zusammenbomben sollen. Die Story kann in Isfahan spielen, aber auch anderswo, und sie war, als Edmond Dédé den Schlusspunkt unter 545 Notenblätter setzte, 1887 in Bordeaux, ein abendfüllendes, ambitioniertes Exemplar […]

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Gemein frei!

Wer Ottaviano Petrucci (1486–1539) war, ist nicht eben weithin bekannt, und wäre es noch weniger, hätte der venezianische Erfinder des Notendrucks mit beweglichen Typen nicht der Petrucci Music Library den Namen gegeben. Das ergibt insofern Sinn, als es das Harmonice Musices Odhecaton war, eine Anthologie polyphoner weltlicher Lieder, die als erstes Musikwerk im Notendruck publiziert […]

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Das Große Kasperle

Guignol heißt das französische Kasperle, das Théâtre du Grand Guignol war ein populärer Schuppen für Grusel- und Horror der unterhaltsamen Art, betrieben von 1897 bis 1962 an der Pariser Pigalle. Da gabs immer lustig auf die Zwölf, keine falsche Sentimentalität. Nach diesem Wochenende steht zu erwarten, dass sie den Laden bald wieder öffnen können, oder […]

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