Wenn ich an meine »Jugend musiziert« Jahre zurückdenke, bekomme ich stets ein flaues Gefühl in der Magengegend, und zwar nicht nur, wenn ich an meine Zeit als Teilnehmer denke, sondern auch dann, wenn ich mich an meine Zeit als Juror erinnere. Das Vorspielen war für mich immer ein Gräuel, weil mir das Gefühl gegeben wurde, nur dann erfolgreich sein zu können, wenn ich möglichst fehlerfrei spiele. In der Jury zu sitzen war für mich ebenfalls unangenehm, weil ich viele Teilnehmende erlebt habe, deren Hauptaugenmerk ebenso wie bei mir darauf lag, alles richtig zu machen. Dies ging oft so weit, dass Kandidat*innen mit massiven Angstsymptomen vor mir standen. Ich fand das sehr bedauerlich. Weil Musik nicht mit Angst ausgeübt werden sollte, habe ich meine Tätigkeit als Juror mittlerweile aufgegeben.


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Ulrich Haider ist stellvertretender Solohornist bei den Münchner Philharmonikern und Vorstand des Vereins Orchester des Wandels e.V. Außerdem macht er Kampfsport und schreibt Kommentare für VAN.