Unter allen großen Opernkomponisten ist Richard Strauss derjenige, der in der Spätblüte seines Schaffens doch die erstaunlichsten Ladenhüter fabriziert hat – über sage und schreibe zwei Jahrzehnte. Uns alle schaudert es bei Turandot, aber wen gänsehäutet es wohl bei Daphne? Falstaff beseligt uns, aber wen entzückt Capriccio? Parsifal fordert uns heraus, aber wen macht Die Liebe der Danae oder Friedenstag kirre?

In einer großen Strauss’schen März-Sause an der Deutschen Oper Berlin stehen keine Dauerbrenner wie Rosenkavalier oder Ariadne auf Naxos  auf dem Programm, dafür neben den (vermeintlichen?) Everblacks Salome und Elektra auch die traditionellen Zähzünder Intermezzo und Arabella. Diese beiden letzteren in einer Reihe, die vor einigen Wochen mit der Inszenierung der Frau ohne Schatten ihren Abschluss fand; allen hat der Regisseur Tobias Kratzer eine querbürstige Vitalisierung verpasst, die von Theateresprit nur so birst.


Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.

Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv

VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.


Sie haben schon ein Abo?

… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com