Masato Suzuki war beim Bach Collegium Japan erst Cembalist, mittlerweile leitet er das Ensemble und beerbt damit seinen Vater, Masaaki Suzuki, den Gründer des Ensembles, als Chefdirigent. Auch bei der kommenden Europatournee wird Masato Suzuki am Pult stehen.
VAN: Das Bach Collegium Japan geht Ende des Monats auf Europatournee, unter anderem spielen Sie Ihre Vervollständigung des Mozart Requiems. Was ist das Besondere an Ihrer Version?
Masato Suzuki: Naja, der Verlag schreibt, ich hätte das Requiem vervollständigt. Aber natürlich wurde es schon vollendet, von [Franz Xaver] Süßmayr, und es gibt noch eine etwas frühere Quelle des Stücks, eine Version von [Joseph Leopold] Eybler, die aber nicht abgeschlossen wurde. Aber in Eyblers Ansatz gibt es einige Funken und Ideen, die uns, dem Bach Collegium Japan, sehr gut gefallen. Unser Ziel war eine Art Kompromiss, um das Stück aufzuführen. Bei Süßmayr hatten wir das Gefühl, dass hier und da eine harmonische Abfolge nicht passt oder eine Textstelle etwas seltsam ist. Man weiß nie, wie Mozart das Stück in seiner endgültigen Form gemeint hat, aber das ist unser Kompromiss: eine Version, die demütig und praktisch ist.

