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Finstere Zeiten, weiches Lächeln

Musik spielte in der Entstehung der Werke Bertolt Brechts eine erhebliche Rolle. Oft schwebten ihm beim Dichten bestimmte Melodien vor. Dies prägte dann auch wiederum die Rezeption – denn die größte Wirkung erzielten Brechts Texte in Verbindung mit Musik. Bertolt Brecht: Das Lied der Seeräuber-Jenny (Urfassung) Carola Neher, Gesang Der junge Bertolt Brecht trat in […]

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Im Ohr und unter den Händen

»Regungslos liegen der Zwerg und sein zweites Ich auf der Orchesterbühne. Ghita eilt bestürzt zum Zwerg und kniet sich neben ihn. Fassungslos rüttelt sie an seinen Schultern und hält seine schlaffe Hand. Die Infantin steht abseits und verschränkt trotzig die Arme.« Audiodeskriptorin Anke Nicolai beschreibt eine der Schlüsselszenen von Zemlinskys Zwerg in einer Inszenierung von […]

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Queraussteigerin

Nachdem ein Schornstein mich, in einer Hängematte sitzend, wortwörtlich erschlagen hatte, kam ich im Juni 2021 mit einem lebensbedrohlichen Polytrauma auf die Intensivstation. Nur wenige Tage zuvor hatte ich erfolgreich mein Master-Studium abgeschlossen, eine Akademie- Stelle beim Frankfurter Opern-und Museumsorchester gewonnen und direkt auch eine Wohnung am neuen Arbeitsort gefunden. Im Angesicht größter Schmerzen, Todesangst […]

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207/250: Francesca Campana

Francesca Campana erblickte wohl um das Jahr 1615 herum in Rom das Licht der Welt. In diesem Jahr heiratete Ludwig XIII. die Habsburgerin Anna von Österreich (beide waren zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt), das Fort São Jorge da Mina, eine Festung an der Küste Ghanas in portugiesischem Besitz, wurde durch ein Erdbeben schwer beschädigt […]

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206/250: Helen Eugenia Hagan

Fährt oder läuft man an der Ostküste Nordamerikas von Boston in Richtung Norden, so kommt man – früher oder später – auch nach Portsmouth in New Hampshire. In eine Gegend, in der fast alle Ortschaften nach britischen Vorbildern benannt wurden, wie eben Portsmouth, das es auch in der englischen Grafschaft Hampshire gibt. Hier finden wir […]

Veröffentlicht inKommentar

Bleierne Zeit

Vor einigen Jahren durchforstete die US-amerikanische Komponistin Ashley Fure die Archive des Darmstädter Musikinstituts, um das Geschlechterverhältnis bei den im Rahmen der Ferienkurse aufgeführten Kompositionen zu untersuchen. Das Ergebnis: In den sieben Jahrzehnten zwischen 1946 und 2014 stammte von insgesamt 4409 aufgeführten Stücken nicht einmal jedes zehnte von einer Frau. (Juana Zimmermann wies in VAN […]

Veröffentlicht inInterview

Erstsprache

Dass Sprache Tor und Schlüssel zur Welt ist, gilt als Plattitüde. Was aber, wenn die eigene Sprache eine Welt aufschließt, in der man sich nicht Zuhause fühlt? In der Musik ist Lena Neudauer eine der sprechendsten Geigerinnen ihrer Generation. Ihre Interpretationen verweigern konsequent alles Plakative. Statt grob die Oberfläche zu feudeln, sucht sie ihren Ausdruck […]

Veröffentlicht inKritik

Scheitern am Faktor Mensch

Drei weiße alte Männer mit rabenschwarzen Stimmen singen einander in Grund und Boden, zweieinhalb Stunden lang. Es kommt zu Handgreiflichkeiten. Warum? Kaum drei Minuten sind vergangen in Giuseppe Verdis später Oper Simon Boccanegra, da wird der Preis, um den es hier geht, erstmalig beim Namen genannt. In sanften Wellen spült das Meer einen Ohrwurm an […]

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205/250: Alba Trissina

Der Musikwissenschaftler Carl Dahlhaus (1928–1989) wurde in seinem umfangreichen Oeuvre nicht müde zu betonen, dass der Begriff des »Genies« erst durch den franko-flämischen Renaissance-Komponisten Josquin Desprez (ca. 1450/1455–1521) in die (Musik-)Geschichtsbücher eindrang. Das wiederum bedeutet nicht, dass alle Genies nach Josquin auch flächendeckend als solche erkannt/benannt wurden. Eine komponierende Frau aus Italien, die (meist als […]

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204/250: Ursula Mamlok

Zu Beginn des Jahres 1923 stand das Leben in Berlin ganz im Zeichen einer Hyperinflation. Dinge des alltäglichen Bedarfs kosteten plötzlich Millionen, bald Milliarden. Die Inflation hatte bereits während des Ersten Weltkriegs begonnen. Doch jetzt, kurz nach Neujahr 1923, explodierten die Preise förmlich. Kaufleute mussten extra Räume anmieten, nur um die schieren Massen von Papiergeld […]