Christoph Willibald Gluck (1714–1787) gehört zu den Komponisten der abendländischen Musikgeschichte, die uns im Musikleben gar nicht so häufig über den Weg laufen, dabei aber einen gewissen Legendenstatus für sich beanspruchen können. Geboren wurde Gluck als Sohn eines Försters 1714 in der Oberpfalz, im (heutigen) Landkreis Neumarkt. Für das Jahr 1731 war Gluck an der Prager Universität für die Fächerkombination Logik und Mathematik eingeschrieben, Hinweise auf einen Studienabschluss jedoch fehlen. Musikalisch begegnet man Gluck ab 1734 in der Hauskapelle des Fürsten Philipp Hyazinth von Lobkowitz in Wien und ab 1737 in Mailand bei Fürst Antonio Maria Melzi. 1741 debütierte er als Opernkomponist – und wurde zu einem Helden dieser Gattung. Mindestens seine Oper Orfeo ed Euridice – uraufgeführt im Oktober 1762 am Wiener Burgtheater – ist Leistungskursschulstoff in Deutschland. Gluck ging über Mailand und Venedig nach London, Kopenhagen, Dresden, Prag und Wien und schließlich nach Paris. Zwischenzeitlich wurde er musikästhetisch durch seine kompositorische Klarheit und damit verbunden die Einnordung des Pathos in der Musik zu einem ganz zentralen Reformisten der Oper in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wieder in Wien zog er sich später durch Krankheit geschwächt von der Öffentlichkeit zurück und starb dort am 15. November 1787. Was wissen die Expertinnen und Experten über Gluck? Gibt es besonders strittige Fragen? Und besteht die Möglichkeit, dass noch sensationelle Neuentdeckungen auftauchen? Wir haben Dr. Yuliya Shein von der Gluck-Gesamtausgabe – beheimatet in Mainz – gefragt.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.