Veröffentlicht inHundert 11

Glück, Verhebung, Klinkenknubbel

Es ist wieder da, wo es hingehört. Lerchenauisch Glück also in Köln, der Autohölle mit Herz: Nach vierzehn Jahren wurde das Opernhaus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Die Sanierung war eine rechte Ochstour. Geplant waren drei Jahre und nicht mal ein Drittel der Kosten, die dann tatsächlich entstanden. Inklusive der Aufwendungen für den Interimsbetrieb auf der anderen […]

Veröffentlicht inHundert 11

It Ain’t Necessarily Szenisch

Gerade in so vergifteten Zeiten wie jetzt ist der Sänger Klaus Florian Vogt für mich, bitte um Nachsicht, so etwas wie die Angela Merkel des Klassiklebens: Wir kennen ihn; und wo er auftaucht, ist für einen Moment alles wieder gut. So auch, wenn er im Konzerthaus Berlin gemeinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin einen wohltuenden Abend […]

Veröffentlicht inHundert 11

Ohn’ warumb

Schön sind Konzerte, die das Beste vom Neuen erklingen lassen; noch schöner solche, die es mit dem Unverwüstlichen von gestern koppeln und sogar das Vorgestrige darin spiegeln. Beim Berliner Gastspiel des in Hamburg heimischen Ensemble Resonanz, das Werke aus einer Spanne von fast dreihundert Jahren kombiniert, klingt für mich am frischesten die Musik der serbisch-paneuropäischen […]

Veröffentlicht inHundert 11

Frack und Frage

Neben unerhörten Uraufführungen und seltenen Werken  gibt’s beim saisoneröffnenden Berliner Musikfest auch die lukullisch-luxuriösen Programme. Wobei dieses lulu keineswegs bedeutet, dass es da nicht um Ewiges gehen kann. Aber es sind dann eben keine Geringeren als das London Symphony Orchestra und die Staatskapelle Berlin, die hier ihren je eigenen Bruckner beisteuern. Zwei Arten, Bruckners Majestät […]

Veröffentlicht inHundert 11

Sie wollen das kennen (wenn Sie’s aushalten)

Vielleicht der Höhepunkt dieser neunzig Minuten ist der elfte Abschnitt, eine Insel der Freude, auf der hypnotische Klingen und Schellen ertönen, eine im schrägen Sinn fast disneyhafte Aurora-Verzückung; danach aber pfeifen die Ondes Martenot im Wald der Verlassenheit. Visage de Paix encadré de la forêt des cheveux … Divin modèle des monastères qui seront son […]

Veröffentlicht inHundert 11

Zwickau und Kneifweh

Froh, weder Brahmsianer noch Musikwissenschaftler zu sein, um Robert Schumanns Violinkonzert nicht doof finden zu müssen (oder zumindest »problematisch«). Da muss man die mangelhafte motivisch-thematische Verarbeitung nicht reklamieren, sondern kann wohlig traurig werden an den sich verströmenden Wieder- und Wiederholungen des Kopfsatzes, in der sentimentalen Geistermelodik des langsamen Satzes oder dem unerhört unablässigen seligen Schunkeln […]

Veröffentlicht inHundert 11

Murkel, Feenzauber, schroffe Klippen

Der erste richtige Straßenfeger des diesjährigen Berliner Musikfests ist nicht das Eröffnungskonzert mit György Ligetis Le Grand Macabre, sondern ein reines Mendelssohn-Programm mit Jordi Savall. Das ist einerseits verständlich, andererseits merkwürdig. Verständlich, da Savall ein großartiger Musiker ist, und mehr noch, ein wundervoller, absolut uneitler Mensch, dessen ganze Erscheinung sich durch Noblesse und Güte auszeichnet. […]

Veröffentlicht inHundert 11

Sterben ist Menschensache

Das Problematischste an Tobias Kratzer sind die Kratzer-Nachahmer: andere Regisseure, die in gleicher Manier den narrativen Parallelverkehr anpeilen. Und zwar, indem man den Opernplot durch eine ausgefeilte Erzählung überschreibt, inklusive rasant-komischer Videos und dergleichen (deprimierend schiefgegangen etwa kürzlich beim Berliner Zar und Zimmermann). Die Krux dabei ist keineswegs die freche Methode selbst, sondern ein Mangel […]

Veröffentlicht inHundert 11

Zeremonie der Nuancen

Dass manche Musikkritiker etwas ledrige Zeitgenossen sind, mag auch mit dem manchmal »sauren Amt« (Beckmesser) zu tun haben, aber auch wirklich jede Opernpremiere begutachten zu müssen. Probates Mittel zur Vorbeugung aller Verlederung: öfters Arbeiten wieder besuchen, die gestern gut waren, heute gut sind und morgen gut sein werden. Etwa Ruth Berghaus’ alte Inszenierung von Pelléas […]

Veröffentlicht inHundert 11

Lortzing in der Traufe

Jüngeren Menschen in der Hauptstadt dürfte Albert Lortzing am ehesten noch geläufig sein durch das Marmordenkmal in der schönsten Gegend des Berliner Tiergartens, gleich gegenüber der Rousseau-Insel. Das ist eine Versteinerung geradezu ovidischen Ausmaßes, wenn man die Tatsache bedenkt, dass vor wenigen Jahrzehnten jedermensch Lortzing im Ohr hatte. Etwa die sentimentalen Verse des Zaren aus […]

Verify your email

We'll send a verification code to .

Sign up for newsletters

Get the best of VAN Magazin directly in your email inbox.

Sending to:

Gift this article