Navid Kermani ist habilitierter Orientalist, Schriftsteller, Reisereporter, Essayist, vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Dass seine Stimme im politischen Diskurs besonderes Gewicht hat, und ihr viele aufmerksam zuhören, liegt auch daran, dass er kein Intellektueller ist, der die Welt von der Schreibtischkanzel aus seziert, sondern ihr stets teilnehmend begegnet, mit wachem Blick, empathischem Herz und scharfem Verstand. Kermani, der Ethnograph, auf den das zutrifft, was T. S. Eliot in seinem Gedicht Little Gidding beschrieb: »Wir lassen niemals vom Entdecken / Und am Ende allen Entdeckens / Langen wir, wo wir losliefen, an / Und kennen den Ort zum ersten Mal.« Kein Wunder, dass der mit Neil Young und dem 1. FC Köln sozialisierte Kermani irgendwann auch die klassische Musik für sich entdeckte. Für den Weltenbummler, der gerade einige Monate in Ostafrika war und nächste Woche nach Äthiopien aufbricht, wurde die Kölner Philharmonie zu einem »Zufluchtsort des Geistigen«. »Ich erlebe dort teilweise die intensivsten Augenblicke meines Lebens«, erzählt Kermani mir an einem Freitagnachmittag in seiner Wohnung am Kölner Eigelstein. 


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... ist Herausgeber von VAN. Er studierte Development Studies, Ethnologie und Asienwissenschaften in Berlin, Seoul, Edinburgh und an der London School of Economics und arbeitete im Anschluss zehn Jahre als Berater in Projekten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. 2014 gründete er mit Ingmar Bornholz den VAN Verlag, wo er auch als Geschäftsführer fungiert. hartmut@van-verlag.com