Veröffentlicht inThe Society of Music

Ah, moderno!

Riccardo Frizza hatte das Orchester des Teatro San Carlo, des ältesten (1737) bis heute spielenden Opernhauses der Welt, gerade mit ansprechender Leichtigkeit durch die Ouvertüre geführt: Musik eines Vierzehnjährigen!, da ging der Vorhang hoch und von hinter mir kam ein Stoßseufzer: ah, moderno! Nicht empört, nicht resigniert, bloß eine Feststellung. Claus Guth zeigt Mozarts erste […]

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Eine allgemeine Verlegenheit

Lange Zeit war ich alljährlich pünktlich am Ort, ab 25. Juli, doch die fear of missing out hat stark nachgelassen. Den 150. Bayreuther Jubiläumsjahrgang habe ich nur aus medialer Halbdistanz wahrgenommen. Wer hören mag, wie nun schon ganz hemmungsloses schmoozing geht, höre Axel Brüggemanns Podcast-Talk mit der von ihm geschätzten Katharina Wagner: Was haben wir […]

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In Abels’ Welt

Es ist ein Ziegel von einem Buch, ein Monument der Belesenheit, vielströmige Quelle der Inspiration, und der dritte Band der Textsammlungen von Norbert Abels, der lange Dramaturg der Frankfurter Oper war. Noch einmal 978 Seiten, über die Oper als solche, über Wagner und Verdi und viele andere. Allein das Format hat was Einschüchterndes; man kann […]

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Exerzitien in Zartheit

Gerontius war ein spätantiker römischer General, aber mit dem hat Elgars Oratorium The Dream of Gerontius gar nichts zu tun. Sein Gerontius, auf einen 1865 von dem englischen Kardinal John Henry Newman verfassten und seinerzeit in katholischen Kreisen ziemlich populären Text, dieser Gerontius ist einfach ein alter Mann, es könnte jeder sein, entsprechende Glaubensgrundlagen vorausgesetzt. […]

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Ein Herr

Einer seiner letzten Texte in der F.A.Z. war der Nachruf auf den belgischen Bariton José van Dam. Es war einer dieser einlässlichen, genauen Texte, wie man sie von ihm kannte, und er eröffnete sie mit einer überraschend grundsätzlichen Frage: ob es sängerisches Genie gebe. Überraschend, weil er selbst ja vielfach und in einem langen Kritikerleben […]

Veröffentlicht inKritik

Väter-Katastrophen, immer wieder

Kein Meer, nirgends. Dabei hat Verdi es, als Aussicht ins Freie, als Traum von einem anderen Leben und einer anderen Welt, doch so eindrücklich sehnsuchtsvoll komponiert. Nur das Meerblau des hochgeschlossenen Kleids der Amelia lässt daran denken, und wie Fabio Luisi mit dem Koninklijk Concertgebouworkest im Graben der Amsterdamer Oper diese Meer-Musik klingen lässt, ist […]

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Möschs Bayreuth

Diesen Freitag werde ich mich mit Stephan Mösch unterhalten, beim Wagner-Kosmos, den Dortmunds Opernintendant Heribert Germeshausen jedes Jahr um des Meisters Geburtstag herum als eine Art Familientreffen mit Vorträgen, Diskussionen und abends Aufführungen organisiert. Mösch ist Professor für Geschichte, Ästhetik und künstlerische Praxis des Musiktheaters in Karlsruhe, aber auch Kritiker, für FAZ und Opernwelt, und er ist […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Weimarer Klassik

Es sei ihm, hat er einmal gesagt, nie gelungen, sich prominent zu finden. Er war es aber doch, seine Prominenz war eine eigener Art; Peter Gülke war kein Pultstar, alles Pfauenhafte, eine Jet-Set-Existenz musikalischer All-Präsenz lag ihm fern. Wenn, im Deutschen jedenfalls, ein Dirigent als guter »Kapellmeister« gelobt wird, dann schwingt dabei immer auch der […]

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