Veröffentlicht inInterview

Ein gegenseitiges Umarmen  

Als die Staatskapelle Dresden im Oktober 2000 beim Beethovenfest in Bonn gastiert, zeigt das Akademische Kunstmuseum parallel eine Sonderausstellung ihres Chefdirigenten: ›Meisterwerke griechischer Keramik aus der Sammlung Giuseppe Sinopoli‹.  Wer ein Porträt über Giuseppe Sinopoli schreiben möchte, steckt unwillkürlich in der Bredouille: Wie findet man einen Weg durch dessen labyrinthische Interessen und Begabungen? 1946 in […]

Veröffentlicht inGastkommentar

Raus aus der Jukebox

Im direkten Kontakt zu unserem Publikum begegne ich immer wieder Fragen zur Weiterentwicklung unseres Orchesters oder es werden Wünsche zu Programmgestaltung und Spielorten an mich herangetragen. Darauf folgt dann meistens eine große Verwunderung darüber, dass ich nur antworten kann, dass ich das mit großer Freude an die Verantwortlichen weitergebe, aber eigentlich in keine inhaltlichen Planungen […]

Veröffentlicht inBericht

»Ich fiel in ein Erschöpfungsloch.«

Nah an der Kunst. Ein Teil des großen Puzzles eines Theaterbetriebs sein. Das mache den Beruf eines Orchestermanagers aus. Der Moment, wenn der Vorhang sich lüftet, die Musik erklingt, lässt allen Stress, die vielen Erwartungen vergessen. So beschreibt Ole Beck den Beruf, für den er am Ende seine Gesundheit opferte. Als Orchestermanager eines Mehrsparten-Hauses mit […]

Veröffentlicht inEssay

Wo einmal das Gemüt war

Der Begriff ›Neue Musik‹, den Paul Bekker vor 1920 einführte, ist hier nonchalant benutzt, ohne Anspruch auf wissenschaftliche oder historische Genauigkeit. Es ist damit jener Musikstil gemeint, der sich in der Nachfolge der spätromantischen Sinfonik etabliert hat, als die immer weiter ausgedehnte Harmonik ihre Fesseln sprengte, als die Metrik sich immer weiter auflöste und Taktstriche […]

Veröffentlicht inInterview

»Sie haben mich gefragt, ob ich ihr Chefdirigent und Daddy werden will.«

»Sieh die Musik, hör den Tanz« Wenn ich in diesem Herbst die Tschechische Philharmonie höre, sowohl live beim Heimspiel im Prager Rudolfinum als auch auf den vielen neuen Aufnahmen mit dem derzeitigen Chefdirigenten Semyon Bychkov, kommt mir oft dieses Zitat des Choreografen George Balanchine in den Sinn. Was ist anders an ihren Interpretationen der Klassiker? […]

Veröffentlicht inSerien

Hidden Champions – 8. Station: Gerhart-Hauptmann Theater in Görlitz

Die Zeitreise beginnt, als ich in Berlin in den EC Richtung Prag steige und aus Platznot in den Speisewagen ausweichen muss: Knallrote Kunstledersitze, nostalgische Kugellampen, in deren mildes Licht sich der Dampf frischgebackener Palatschinken mischt. Die kommen hier tatsächlich noch aus der Pfanne – ein Kellner mit akkurat zurecht gezupfter Fliege überm abgewetzten Kragen stellt […]

Veröffentlicht inInterview

»Wenn man etwas verändern will, muss man auch Gespräche führen, die nicht so bequem sind.«

Maiko Kawabata ist Geigerin und lehrt und forscht als promovierte Musikwissenschaftlerin am Royal College of Music in London und an der Open University. In ihrem Artikel The New ›Yellow Peril‹ in ›Western‹ European Symphony Orchestras untersucht sie mithilfe von ethnologischen Methoden rassistisches Verhalten gegenüber Musiker:innen mit ostasiatischem Hintergrund. Es geht dabei sowohl um rassistische Vorurteile […]

Veröffentlicht inInterview

»Die Axt an die Ensembles wird heute keiner mehr ansetzen.«

Dass im »sozialistischen Staat deutscher Nation« – neben dem Ampelmännchen – auch anderes »nicht schlecht« war, ist mittlerweile eine gut dokumentierte Erkenntnis. Beispielsweise besaß die DDR zum Zeitpunkt ihres Abgangs mit 76 professionellen »Kulturorchestern« eine höhere Orchesterdichte als jedes anderes Land der Welt. Wie die Soziologin Jutta Allmendinger in ihrer 1993 erschienen Studie Staatskultur und […]

Veröffentlicht inInterview

»Wir haben 100 Multiplikatoren auf der Bühne.«

Der Weg zur Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz führt vom Ludwigshafener Hauptbahnhof durch ein Labyrinth monströser Hochstraßen und klaustrophobischer Unterführungen. Wer hier, in der Bahnhofstrasse, arbeitet, fühlt sich vermutlich weniger im Elfenbeinturm als im Proseminar ›Sadistische Stadtplanung‹. Weiter unten, am Rheinende, bestrafen ›Rhein-Galerie‹ und Budget-Hotel all jene, die sich einen befreienden Flussblick erhoffen. Wäre ja auch zu schön […]

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