David Blaine saß 44 Tage lang in einer Box aus Plexiglas. Sir Ranulph Fiennes durchquerte zu Fuß die Antarktis. Ich habe in 30 Tagen alle Aufnahmen gehört, die es vom Parsifal auf Spotify gibt.
Nach etwa 7.500 Minuten theosophischer Erlösung bin ich … unentschlossen. Ich denke: »Parsifal ist das Beste, was ja geschrieben wurde!« und gleich danach: »Wie oft sollte man diese Oper idealerweise hören?« Ich bin mir absolut sicher, dass »31 Mal in 30 Tagen« für mich nicht die richtige Antwort auf diese Frage ist.
Hier bevor es richtig losgeht noch eine kurze Übersicht über alles, was man wissen muss, um überhaupt anfangen zu können, den Parsifal zu verstehen: Im ersten Akt tötet ein sehr dummer Junge namens Parsifal einen Schwan, woraufhin ein alter Mann ihn anschreit. Dann gibt’s ein heiliges Abendmahl. Im zweiten Akt begibt sich der Junge zu einem magischen Schloss und wird dort fast von einer Hexe verführt. Er zerstört das Schloss mit der Kraft Christi. Im dritten Akt bringt er mit einem magischen Speer alles in Ordnung. Parsifal (Tenor) ist ein Jugendlicher, dessen Superkraft darin besteht, nie zu verstehen, was gerade passiert. Gurnemanz (Bariton) ist alt. Amfortas (Bariton) ist alt und krank und außerdem der König. Titurel ist so alt, dass er nicht nach draußen gehen darf. Klingsor (Bass) ist so besessen davon, das beste aus sich rauszuholen, dass er sich selbst kastriert. Kundry (Sopran) ist die eine Frau, die in jeder Wagner-Oper vorkommt; hier wurde sie dazu verflucht, ewig zu leben, weil sie sich über Jesus lustig gemacht hat.
Ich habe hier alle 31 Parsifals gelistet, die ich auf Spotify gefunden habe. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als gäbe es da noch mehr. Das liegt aber nur daran, dass es auf der Plattform von einigen Aufnahmen mehrere identische Versionen gibt. Wenn Sie einen Parsifal auf Spotify kennen, der in diesem Text nicht vorkommt, lassen Sie es mich bitte wissen
Mir ist außerdem klar, dass alle sagen, Rafael Kubelíks Aufnahme von 1980 sei die beste. Die gibt es aber nicht auf Spotify. Da sind mir also die Hände gebunden (zugegebenermaßen natürlich durch Regeln, die ich selbst gemacht habe).
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