Maria Kalesnikava – Querflötistin, Kuratorin, Politikerin und Ikone des Widerstands gegen das Lukaschenko-Regime – ist frei. Nach 1808 Tagen Haft wurde sie gestern zusammen mit 122 weiteren politischen Gefangenen, darunter dem Friedensnobelpreisträger Ales Beljazki, aus der Haft entlassen. Videos und Fotos, die das unabhängige belarussische Internetportal Zerkalo und die Menschenrechtsorganisation Viasna verbreiteten, zeigten Kalesnikava und andere Freigelassene in einem Bus auf dem Weg in die Ukraine. Nach der Übergabe veröffentlichten die ukrainischen Behörden Bilder der Freigelassenen. Kalesnikava selbst sprach von einem »großen Glück«. Dennoch denke sie an diejenigen, »die noch nicht in Freiheit sind. Ich sehne den Moment herbei, dass wir uns alle umarmen können«, sagte sie in einem Video auf dem Telegram-Kanal des ebenfalls freigelassenen Oppositionspolitikers, frühere Präsidentschaftskandidaten Viktor Babariko.
John Coale, der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, hatte die Freilassung mit dem belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko ausgehandelt, wie die US-Botschaft in Litauens Hauptstadt Vilnius mitteilte. Die USA wollen im Gegenzug für die Freilassung der Gefangenen mehrere Sanktionen gegen Belarus aufheben. Dabei geht es insbesondere um die Einfuhr von Kaliumkarbonat, ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln. Die Europäische Union verbietet weiterhin die Einfuhr von Kali aus Belarus.

