Avril Coleridge-Taylor war nicht nur Tochter von Samuel Coleridge-Taylor, sondern auch eine Komponistin, deren Werke sich den geschlechtsspezifischen und rassistisch geprägten Erwartungen ihrer Zeit widersetzten. Im November 2025 veröffentlichte Resonus Classics ein Album mit ihren Orchesterkompositionen. Das Projekt, das unter anderem die Weltpremiere ihrer Klavierkonzerte umfasst, wurde von der Pianistin und Musikwissenschaftlerin Samantha Ege, dem Dirigenten John Andrews, der Musikwissenschaftlerin Leah Broad und dem BBC Philharmonic Orchestra realisiert. Ich sprach mit ihnen über den Umgang mit Autografen, die viel Freiheit lassen, die Interpretation dieser Musik ohne Referenzaufnahmen und eine Tonsprache, die gleichermaßen vertraut, einzigartig und auf besondere Art very british klingt.
VAN: Wer war Avril Coleridge-Taylor und warum kennt sie heute fast niemand?
Samantha Ege: Avril war eine britische Komponistin des 20. Jahrhunderts. Das Schwierige an ihr ist, dass sie nicht wirklich zu vielem passt, was die britische Musikszene aktuell beschäftigt.

