Lange bevor ich alkoholabhängig wurde – lange, bevor ich überhaupt Alkohol probiert hatte –, war ich süchtig nach Musik. Seit ich mit zehn Jahren die Lacrimosa aus Mozarts Requiem entdeckt hatte und mit ihr auch die stimmungsverändernde Wirkung von Musik, missbrauchte ich sie wie ein abgebrühter Junkie: Sie wurde mein Werkzeug, um Gefühle zu regulieren, über die ich zunehmend die Kontrolle verlor. Besonders in den Stürmen der Pubertät erwies sich das als hilfreich: Beethoven gegen Liebeskummer, Bach gegen Trauer, Schostakowitsch gegen die Angst vor einer Welt, die aus den Fugen geriet.


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… ist Autor und Dozent und lebt in den USA