Ein einzelner Ton im Bass, dann ein halb-schmerzvoller, halb-»schöner« Akkord weiter oben. Dieses Spiel: ein paar Mal hin und her. Fast zu lange! Als »Erlösung«: eine »Als-wäre-sie-immer-dagewesen«-Melodie im Sopran. Nachdenklich herunterpurzelnd – vom Himmel der Egalheit. Erik Saties erste Gymnopedie (1888) untermalte Werbespots für Versicherungen, spülte die Wohlfühl-Filter-Stories von Instagram-Detoxer:innen noch einmal weicher als weich – und diente vermutlich als Hintergrundmusik hunderter Liebesszenen in Filmen und Serien. Satie komponierte damit ein Stück, das einerseits die fast ständige Präsenz eines Klangs in den Fokus nahm, der Jahrzehnte später zu einem der wichtigsten Klänge im Jazz werden sollte: der große Dur-Septakkord (Major Seventh). Andererseits bewies er mit der häufigen Verwendung dieses Akkords, dass ein als »tröstend«, als »schön« empfundenes Stück absolut nicht dissonanzenfrei zu sein hat; im Gegenteil! Ist Erik Satie unterschätzt? Die Antwort: vollkommen egal! (Das hätte ihm sicherlich gefallen.)


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.