Diese Woche in VAN
Essay
Mahler statt Rosinen
Die Aufmerksamkeitsspannen werden immer kürzer. Wird das klassische Konzert zum nächsten Opfer – oder kann es die Rettung sein?
Diese Woche in VAN
Interview
Entscheidend ist nicht welche Musik, sondern wie wir sie hören
Macht Mozart schlau? Warum haben wir Ohrwürmer? Und hat Musikunterricht wirklich ›Transfereffekte‹ auf Konzentrationsfähigkeit, Sozialverhalten und Intelligenz? Ein Interview mit dem Neurowissenschaftler und Psychologen Lutz Jäncke
Diese Woche in VAN
Essay
Zahlenspiele
Wie ›Content Creation‹ die Welt der klassischen Musik verändert
Diese Woche in VAN
Hundert 11
Freak und Birken
Kurzweil ist nicht gleich Vergnügen in Alfred Schnittkes ›Leben mit einem Idioten‹, einer Neuinszenierung an der Magdeburger Oper, an deren verschwistertem Sprechtheater zugleich ein Tolstoi-Publikumshit läuft
Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester
Kolumnen
Albrecht Selge
Hundert 11
Virtuosität der Poesie
Strategien der Beethoven-Chamäleons: Der Pianist Kit Armstrong und Jan Caeyers’ Le Concert Olympique gastieren im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie
Ins Ungewisse hinab, ins Ungewisse hinauf
Hans Werner Henze und andere neunte Sinfonien, dazu prächtige Korngoldwonne: beeindruckende Februarvielfalt der Berliner Rundfunk-Ensembles
Triangle of Happiness
Lang Lang präludiert mit Ravel dem raren Rott, bei den Berliner Philharmonikern unter Dirigent Paavo Järvi, der gewusst-wie den Altglascontainer einhegt
Holger Noltze
The Society of Music
Edmond Dédé, remembered [Bookletology #4]
Er komponierte 1887 als erster Afroamerikaner eine Grand Opéra. Nach 130 Jahren ist sie jetzt zu hören. Wer war Dédé?
Gemein frei!
Das Internet hat uns die dunklen Seiten der Gratis-Kultur gelehrt, dies aber ist ein Lichtblick, jedenfalls für uns-die-User: ein Geburtstagsgruß an »IMSLP«, und danke für die ersten zwanzig Jahre.
Das Große Kasperle
Alles immer verrückter: Ist dies die Stunde des ›Grand Guignol‹? Und kann die Oper mit dem galoppierenden Wahnsinn der Wirklichkeit noch mithalten?
Volker Hagedorn
Rausch & Räson
Piaf und die Gänsehaut
Im Roman ›Die Jahre‹ von Annie Ernaux werden Chansons und Poptitel zum Teil einer Partitur der Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg. Volker Hagedorn sieht darin ein Modell für einen anderen Blick auch auf die ›Klassik‹.
Treffen am Südpol
Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.
Die letzte Diva
In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts
György Kurtág 100
»Er ringt um jeden Ton, das hat auch einen ethischen Aspekt: Er will für diese Töne geradestehen.«
Ein Gespräch über eine singuläre Erscheinung des 20. Jahrhunderts und einen Meister des musikalischen Mikrodramas.
Eine Lektion in musikalischer Wahrheitsfindung
Benjamin Appl singt und spricht mit dem bald hundertjährigen György Kurtág
Entspielend
György Kurtágs ›Fin de partie‹ nach Samuel Beckett ist endlich auch in Berlin zu sehen. Wobei die Premiere an der Staatsoper Unter den Linden nicht jeden Zweifel ausräumt, ob ein großartiger Komponist auch immer ein großartiger Opernkomponist ist …
Fin de Partie
Markus Stenz über die Kurtág-Oper, deren Uraufführung er jüngst an der Scala dirigierte.
Kommentare
Nur für die, die es sich leisten können
Während Praktika in anderen Branchen vergütet werden, bleiben Hospitanzen an deutschsprachigen Theatern und Opernhäusern in der Regel unbezahlt. Das verstärkt Klassismus und bremst Diversität hinter der Bühne.
Einfach mitspielen?
Beim Protest gegen den autoritären Umbau des Landes ducken sich die Klassikinstitutionen in den USA weg. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch sie ins Visier des Trumpismus geraten.
Das Mindeste
In Deutschland gibt es 140 öffentlich getragene Theater. Bei den meisten läuft der Betrieb mehr oder weniger geräuschlos. Für den Rest gilt: Get your shit together!
Wen unterstützen und wen bestrafen wir?
Komponist Sergej Newski zum aktuellen Stand der Neuen Musik in Russland und der Frage: Können wir das Regime sanktionieren und trotzdem die Reste der nicht vollständig zerschlagenen Zivilgesellschaft unterstützen?
»Sie ist berühmt, weil sie rechts ist.«
Die Ernennung von Beatrice Venezi zur Chefdirigentin des Teatro La Fenice wird wegen ihrer politischen Verbindungen vielfach kritisiert. Aber wie dirigiert sie?
»Ob ›Radikale Neue Musik‹ das Leben nun unbedingt lebenswerter macht, sei dahingestellt.«
Fehlt in einem der größten deutschen Musikverlage der Rückhalt für zeitgenössische Musik?
Musik & Politik
»Ich verstehe nicht, wie jemand völlig unpolitisch sein kann.«
Der Dirigent Paavo Järvi im Gespräch über Mahlers Ironie, Putins Propaganda und seinen Instagram-Account
»Die Tragödie der ukrainischen Kultur: Alles wiederholt sich.«
Über das Eröffnungskonzert des Kyjiwer Festivals ›Liatoshynsky Space‹ bei -10° und Luftangriffen
Selektives Mitgefühl
In der Debatte um die Ausladung Lahav Shanis präsentierte sich die deutsche Klassikwelt geschlossen verschlossen. Am Ende ist es ausgerechnet Shani selbst, der Differenzierungsfähigkeit und Empathie zeigt, die deutschen Kommentatoren und Institutionen scheinbar abgehen.
»Ich reise so lange nicht in die USA, bis sich grundlegend etwas ändert.«
Pianist András Schiff über die Zukunft der klassischen Musik in den USA, Auftritte in Israel, das Gemeinschaftsgefühl bei Bach und richtiges Üben
Im Quartett
The Naked String Quartet
Wie fühlt es sich an, nackt vor Publikum aufzutreten? Der vielleicht populärste Albtraum unter Musiker:innen wird im legendären KitKatClub in Berlin wahr, allerdings nicht als ein traumatisches, sondern als sinnliches Erlebnis. Das wohl erste nackte Kammermusikensemble spielt dort seit diesem Sommer einmal die Woche.
Eberhard Feltz
Es ist nicht einfach, das Charisma von Eberhard Feltz zu beschreiben, seine angenehme Autorität, wenn er über Musik spricht. Er ist professoral und gleichzeitig jemand, der die Lust weckt, irgendetwas von dem zu lernen, was er selbst gelernt hat in seinem Leben.
»Es wäre viel einfacher, wenn wir uns gar nicht mögen würden.«
Ein Interview mit dem Kuss Quartett
Aussteigen
Du mußt dein Leben ändern.
Nach 25 Jahren als »aktive« Sängerin beende ich meine Laufbahn. Über den Abschied von einem Beruf, in dem die Freude zunehmend auf der Strecke geblieben ist
Queraussteigerin
Über den Versuch, mit versehrtem Körper im Opernorchester zu arbeiten, und den schwierigen Entscheidungsprozess beruflicher Neuorientierung als Profi-Musikerin
»Ich habe für meine Beerdigung schon die Playlist vorbereitet.«
Von der Dramaturgin und Online-Redakteurin zur Bestatterin: Renske Steen über nicht funktionierendes Klassik-Streaming, übers Sterben, alternative Bestattungen – und was man tun kann, damit nicht Musik von Max Richter bei der eigenen Beerdigung läuft
»Ich habe in den letzten zwei Jahren jeglichen Spaß am Singen verloren.«
Die Altistin Dina König hat ihre Gesangskarriere aufgegeben, um als Tramfahrerin für die Basler Verkehrsbetriebe zu arbeiten. Über einen Beruf, der nicht für alle Berufung ist, und das Glück, endlich auszusteigen.
Johann Sebastian Bach
»Es kann passieren, dass einen die Schönheit von Bach erst später im Leben trifft, wie ein Blitz.«
Dirigent, Komponist und Cembalist Masato Suzuki über das Komponieren in Mozarts Fußstapfen, das Prekariat der Alten Musik und die Schönheit eines betagten Publikums
Schweben mit Bach
Vor 50 Jahren kam Tarkowskis ›Solaris‹ in die Kinos, vor 61 Jahren Pasolinis ›Accattone‹ – beides Filme, an deren Magie und Intensität Werke von J.S. Bach großen Anteil haben und die uns gleichzeitig diese Musik besonders nahebringen.
»Ich öffne eine Weinflasche, hole ein Brötchen, spiele mit den Enkeln, und plötzlich beginnt die Kantate in mir zu klingen.«
Rudolf Lutz bringt mit der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen alle gut 200 Bach-Kantaten auf die Bühne. Hartmut Welscher sprach mit dem Dirigenten, Organisten, Alleinunterhalter, Kollektivspieler, Bandleader, Nerd und Genussmenschen.
Teilhabe
Die Akzeptanz für die öffentliche Finanzierung von Berliner Kulturinstitutionen wächst, die Zufriedenheit mit Angeboten in einzelnen Bezirken sinkt
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, stellt erste Ergebnisse einer repräsentativen Befragung vor
»Ich habe selten erlebt, dass Kulturpolitik sagt: Vermittlung soll prioritär sein oder mindestens genauso wichtig wie Programm.«
Vera Allmanritter, Leiterin des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung, über Kassiererinnen in der Oper, Barrieren kultureller Teilhabe und die Gefahr schwindender Akzeptanz für Kultureinrichtungen
Die Macht des Schicksals
Erfolgreiche Musiker:innen-Karrieren beruhen in Deutschland nicht unbedingt auf dem Talent und dem Leistungswillen der Kinder und Jugendlichen, sondern dem Einkommens- und Bildungsniveau der Eltern
Musik ist keine heilige Kuh
Barbara Balba Weber über »Entfesselte Klassik«, ihr Grundlagenbuch für die künstlerische Musikvermittlung.
»Die Strukturen müssen sich dem Menschen anpassen.«
Schauspielerin Jana Zöll über Zugangsbarrieren auf, hinter und vor der Bühne.
1. DAN statt 3. Preis
Der Wettbewerb »Jugend musiziert« erzeugt Frust und motiviert nur die, die ohnehin sehr gut sind. Geht das auch anders? Ein Kommentar von Ulrich Haider.
Musikhochschulen
»Auf Seiten der Lehrenden besteht ein Bedarf an Weiterbildung.«
Bayern führt als erstes Bundesland ein Zertifikat für Lehrende an Musikhochschulen ein. Julia Rupprecht, Referentin für innovative Lehre an der Hochschule für Musik und Theater München, über Idee und Gestaltung des neuen Fortbildungsprogramms
»Wir kaufen gar nichts, keinen einzigen Notenständer.«
Auch an den Berliner Kunsthochschulen wird drastisch gespart. Was bedeutet das für die Musikstudierenden?
Zitterpartie geht weiter
Der Berliner Finanzsenator will offenbar keine zusätzlichen Mittel für die Festanstellungen an Musikschulen zur Verfügung stellen. Damit könnten 25 bis 30 Prozent der Unterrichtsplätze wegfallen.
»Ich war mit der Einstellung ins Studium gekommen, dass man sich nicht so anstellen darf und das zum Beruf gehört.«
Szenen mit extremer körperlicher Nähe werden auf der Opernbühne zunehmend bewusst choreographiert, durch sogenannte Intimitätskoordination. Welche Rollen spielen die Musikhochschulen bei diesem Bewusstseinswandel?
Korrupte Konservatorien
Vorwürfe am Zentralen Musikkonservatorium in Peking offenbaren strukturelle Probleme an chinesischen Musikhochschulen
Klimawandel
Die Studierendenvertretungen der Musikhochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangen gemeinsam ein entschiedeneres Vorgehen gegen Machtmissbrauch. Ein Blick auf Erfahrungen, Forderungen und den aktuellen Stand der Umsetzung.
















