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Veröffentlicht inPorträt

Besuch beim Einhorn

Den Komponisten Alfred Koerppen kennen nicht viele außerhalb Hannovers, wo er jahrzehntelang eine Professur hatte. Er schrieb abseits der Diskurse, voller Schönheit und Melancholie, oft in einer Harmonik herber Farben, mit enormem Sinn für Stimmen. Volker Hagedorn traf den 95-jährigen und seine Frau, die Geigerin Barbara Koerppen, ehe der gebürtige Wiesbadener am 5. Juli starb.  […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

156/250: Gasisa Schubanowa

Unweit der Grenze zu Russland liegt die kasachische Stadt Aqtöbe. Hier wohnen heute fast eine halbe Millionen Menschen. In einem Dorf in der Nähe kam am 2. Dezember 1927 Gasisa Schubanowa zur Welt. Sie war, so liest man, eine hervorragende Schülerin und schloss die Schule mit Auszeichnung ab. Ihr Vater war professioneller Musiker, dessen Musikbegeisterung […]

Veröffentlicht inInterview

»Die Kombination aus Stimme und Streichinstrument zu lernen, ist wie ein neues Instrument zu lernen.«

»Hallo, ich bin Flora und ich bin ein Instrument« – diese kurzen Worte als Auftakt zu Flora Marlene Geißelbrechts in der Berliner Villa Elisabeth präsentiertem Soloprogramm Viola and Voice, Sybils and Songs waren nicht nur Begrüßung, sondern brachten die ganze Konzeption wienerisch salopp auf den Punkt. Die junge Oberösterreicherin bespielt sich also selbst, ihr Körper, […]

Veröffentlicht inPlaylist

So schön seriell

John McWhorter, Linguist der Columbia University und Kolumnist der New York Times, brachte am 26. April die 300-Millionen-Köpfe-Hydra der Hysterie (auch bekannt unter dem Namen Twitter) zum Zischen mit dem Post seines Kommentars Classical Music Doesn’t Have to be Ugly to be Good. McWhorter meinte unter Berufung auf zwei kürzlich erschienene Bücher unter anderem, dass […]

Veröffentlicht inKritik

»Das Liebenkönnen ist zerstört.«

»Ja, mei« ist die alpenländische Antwort auf die großen und kleinen Katastrophen der Mitmenschheit. Die zwei Silben können je nach Betonungsverschiebung Träger von Mitleid und Verständnis, aber auch von hilfloser Anteilnahme sein. Dabei – und das ist für Bayerisches ja wirklich eine Besonderheit – schwingt im Kontrast zum hochdeutschen »Tja« nicht nur phonetisch eine zusätzliche […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

120/250: Svitlana Azarova

Die schöne ukrainische Stadt Ismajil liegt am Unterlauf der Donau, nicht ganz am Schwarzen Meer; zwischen Odessa im Norden und dem bulgarischen Warna im Süden. Vor 900 Jahren hatten hier Vertreter der Republik Genua Einzug gehalten. Eine Festung wurde errichtet und das Fürstentum Moldau regierte bis Ende des 15. Jahrhunderts. Wie viele Städte der heutigen […]

Veröffentlicht inInterview

»Ich mache, was übrig bleibt.«

Diesmal einfach keinen Bock auf Zoom. Der Mensch selbst sollte es sein, analog, jenseits aller Virtualität, derjenige, der Kompositionen wie Eislermaterial, Musiktheater-Installationen wie Stifters Dinge erdacht hat – wobei sich in Heiner Goebbels’ Begriff nichts mehr von dem findet, was Mozart oder Wagner unter »Musiktheater« verstanden – und zuletzt A House of Call. Er ist […]

Veröffentlicht inKommentar

Ich mache das nämlich alles (auch) zum Spaß.

Schon klar: gemeint ist hier nicht die Stadt im Schwarzwald, sondern die Donaueschinger Musiktage, das älteste Festival für zeitgenössische Musik in Deutschland. Und weil alle, die extra zu diesem Festival anreisen, immer nur von Donaueschingen sprechen, tue ich dies in den folgenden Zeilen auch. Ich liebe Musik. Vor allem liebe ich Musik, die abwegig ist. […]

Veröffentlicht inInterview

»Sie wollte nicht die Edelwiderständlerin sein, die hinterher in ihren sicheren Job nach Stuttgart zurückkehrt.«

Vor zwei Tagen wurde Maria Kalesnikava von einem Minsker Gericht zu elf Jahren Gefängnis verurteilt – wegen einer angeblichen ›Verschwörung mit dem Ziel der illegalen Machtergreifung‹ und ›Gründung und Führung einer extremistischen Vereinigung‹. Der mit Kalesnikava angeklagte Anwalt Maxim Snak erhielt zehn Jahre Haft. Die 39-jährige Kalesnikava bildete zusammen mit Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo […]

Veröffentlicht inInterview

»Vieles ist mit Musik nicht darzustellen, darüber kann man besser lesen.«

Zeitgenössische Musik ist nicht nur »neu«, sie ist auch ein Archiv. Kein Werk entsteht im geschichtslosen Raum. Was aber, wenn Musik zum Erinnerungsraum erklärt wird und gezielt erinnern soll? An der Akademie der Künste widmet sich das Festival Memories in Music dieser Frage und präsentiert Werke, die Erfahrungen und Erinnerungen vergegenwärtigen. Es geht um Migrationsgeschichten, […]