Vom Anfang hängt alles ab; oder zumindest ziemlich viel. Am Anfang von Alban Bergs Oper Wozzeck entgegnet der Protagonist seinem Vorgesetzten gleich zweimal »Jawohl, Herr Hauptmann«, dann einmal »Schlimm, Herr Hauptmann, schlimm, Wind« und schließlich noch einmal »Jawohl, Herr Hauptmann«. Dreimal also dieses Untertanenwort Jawohl, in dessen bellend-unterwürfigem Sound für Dostojewski, in seinem Roman Der Spieler, die komplette Widerwärtigkeit des Deutschen lag. Von solchem preußischen Kläffen und Kriechen ist allerdings nur eine ganz verwischte, verängstigte Spur in dem Jawohl von Simon Keenlyside, einem bewunderungswürdig klug geführten Bariton, der ein wenig über seine volle Blüte hinaus ist und dem zwar dank Keenlysides großer Gesangskunst und immenser Erfahrung noch längst kein Ermüdungsbruch droht, der aber doch die Ahnung von Ermüdung und Bruch hörbar werden lässt; und das passt bestens zu der Rolle des allseits geplagten Wozzeck, der brechen wird und als Gebrochener eine Frau ermorden.
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