Oper soll berühren. Berührung aber kann konkret körperlich und muss dabei nicht immer angenehm sein. Und das hier ist schon mehr als ein normales Theatergewitter. Markerschütternde Schreie von zwei Schiffbrüchigen gellen durch die alte Industriehalle auf Kampnagel Hamburg. Grelle Lichtblitze durchzucken die Halle, akustisch verstärkt von spitzem Gekreische einer Sängerin: »Blitzblitz! Blitzblitz!« Im Hintergrund biegt sich das Donnerblech, aber das Gewitter ist akustisch eigentlich noch viel näher: Es findet auch unter den Sitzen des Publikums statt, mit buchstäblich erschütternden tiefen Frequenzen eines Cellos, die aus riesigen Vibrationsmaschinen tönen.
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