»Wir bauen die Kulturstiftung des Bundes und die Bundeskulturfonds als Innovationstreiber aus und stärken Strukturen der Freien Szene und des Bündnisses der internationalen Produktionshäuser«, schrieb die Ampelkoalition in ihren Koalitionsvertrag. Ganz anders sieht es im aktuellen Entwurf für den Bundeshaushalt 2025 aus: Die Mittel der Bundeskulturfonds als wichtige Förderinstitutionen der Freien Szene sollen halbiert werden, die Finanzierung des Bündnis Internationaler Produktionshäuser wird womöglich komplett gestrichen.

Das interdisziplinäre Koproduktions- und Gastspielhaus HELLERAU in Dresden ist Teil des Bündnis Internationaler Produktionshäuser. Mit dessen Intendantin Carena Schlewitt spreche ich über die offene Finanzierung, den Blick der AfD auf HELLERAU und die Frage, wie sie mit AfD-Wähler:innen im Publikum umgeht.

Carena Schlewitt • Foto © Stephan-Floss

VAN: Was beutetet für Sie der Haushaltsentwurf für 2025, also die Streichung der Mittel für das Bündnis internationaler Produktionshäuser und die Kürzung bei den Kulturfonds?

Carena Schlewitt: Das hat uns kalt erwischt. Das Bündnis internationaler Produktionshäuser steht im Koalitionsvertrag mit diesem schönen Wort ›Innovationstreiber‹ und feiert nächstes Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Wir haben in diesen zehn Jahren sehr viel gemeinsam aufgebaut. Wir arbeiten einerseits zusammen für internationale Projekte, entwickeln gemeinsame Koproduktionen oder auch Festivals bis hin zu Verknüpfungen der internationalen Künstler:innen mit den verschiedenen Szenen und Partnern vor Ort – mit den Künstler:innen, aber auch mit der Stadtgesellschaft und unserem Publikum. Andererseits realisieren wir auch besondere lokale Projekte und wir haben Akademien gegründet, zum Beispiel die Producers Academy, eine Weiterbildung für Produktionsleiter:innen, die für die Infrastruktur von freien Gruppen absolut wichtig sind. Wir haben auch eine Journalismusakademie gegründet und jüngst die Akademie Kunst und Begegnung. Darüber hinaus wird unser gemeinsames jährliches Festival Claiming Common Spaces immer an einem anderen Bündnishaus ausgerichtet.


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... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com