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Schubert im Herzen

Die Leonskaja hält sich nicht mit Höflichkeiten auf. Sie setzt sich ans Instrument und spielt. Bei der Schubertiade ist sie seit 1985 regelmäßig zu Gast. Nach ihrem Klavierabend am letzten Sonntag im Zweitausendseelendorf Schwarzenberg im österreichischen Vorarlberg, siebenhundert Meter über dem Meeresspiegel, nachdem sie ihre russisch durchtrainierte Pranke mit dem Wiener Schmäh zu jener ihr […]

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Götterdämmerung ohne Feuer

Aufmerksamkeit ist nicht erst seit neuestem Thema, im späten 19. Jahrhundert war es nicht anders. Richard Wagner änderte seine Meinung zum spannungsgeladenen Verhältnis zwischen der Produktion und dem Konsum von Kunstwerken immer mal wieder. Manchmal klingt in seinen Äußerungen seine revolutionäre Zeit nach: Er verachtete den Gedanken, die Rechte an seinem Werk zu verkaufen, weil […]

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Disney würde das besser machen.

Am Morgen vor dem Siegfried höre ich einen Artist Talk des »Kurators« des Rings, Marcus Lobbes, mit Griffin Kaiser, einem Filmemacher und Mitglied der Wagner-Gesellschaft von New York. Bevor ich zu Lobbes’ Erläuterungen komme, noch kurz der Hinweis: Wenn ein Werk nur mit Erklärung seines Regisseurs verstanden werden kann, ist es schon gescheitert – und […]

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Ich bin sauer

Mir scheint, dass die Familie Wagner und die Verantwortlichen der Bayreuther Festspiele nicht besonders viel für den Ring übrig haben. Das KI-Rheingold war schon schrecklich und irgendwie haben der Computer und seine »Kuratoren« es fertiggebracht, eine noch schlimmere Walküre zu produzieren. Von den vier Teilen des Rings ist die Walküre am komplexesten, sie kann besonders […]

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Sängerische Höchstleistungen hinterm Bildschirmschoner

KI ist in Bayreuth allgegenwärtig. Im Café in der Sophienstraße hängen KI-Porträts von Richard Wagner mit kitschigem Emo-Eyeliner. Auf meinem Weg zum Festspielhaus sehe ich KI-Plakate für eine Art Dinosaurier-Rodeo. KI-generierte Schilder säumen die Straßen – für Frühstück, für Eis, für Falafel. Noch bevor der KI-Ring überhaupt anfängt, gelange ich zur Überzeugung: Die meisten Menschen […]

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Was feiern wir?

Im Europa der 1660er Jahre hatten sich zwei dominante Arten der noch neuen Kunstgattung Oper etabliert: Die kommerzielle Oper in Venedig, später auch in Hamburg oder London, machte die Oper einem zahlenden Stadtpublikum zugänglich. Finanziert durch Ticketeinnahmen und großbürgerliche Investoren, stemmten private Operngruppen saisonal neue Produktionen. Was nicht gut ankam, verschwand von den Bühnen und […]

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Frisch zum Kampfe, müde zur Pointe

Am Samstagabend feierte Andrea Moses‘ Neuinszenierung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail an der Berliner Staatsoper Premiere. Alleinstellungsmerkmal ist die Besetzung des Comedians Bülent Ceylan in der Sprechrolle Bassa Selim. Am zweitheißesten Tag der Berliner Geschichte blieb die Staatsoper schön kühl. Trotzdem: Wer Mozart oder Comedy oder beides mag, schwitzt lieber zu Hause. Ceylan […]

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Väter-Katastrophen, immer wieder

Kein Meer, nirgends. Dabei hat Verdi es, als Aussicht ins Freie, als Traum von einem anderen Leben und einer anderen Welt, doch so eindrücklich sehnsuchtsvoll komponiert. Nur das Meerblau des hochgeschlossenen Kleids der Amelia lässt daran denken, und wie Fabio Luisi mit dem Koninklijk Concertgebouworkest im Graben der Amsterdamer Oper diese Meer-Musik klingen lässt, ist […]

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Wahrheit liegt in der Wolke

Man kann es nicht anders sagen: Witten ist ein Wanderpokal. Seit Harry Vogt sich in den Ruhestand verabschiedet hat, regiert hier das Comme çi, comme ça. Haben sich die Zeiten geändert? Ja, klar, die Kunst hat es in Zeiten des Krieges mal wieder schwerer denn je. Dass ausgerechnet die fragile Luftkunst Musik besondere Verteidiger und […]

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Auftakt des Mozart-›Ring‹

Wagners Ring kann man wie Mozart spielen – und das sollte man vielleicht auch. Das ist die Lektion dieses Rheingold mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko, inszeniert von Kirill Serebrennikov, das gestern bei den Salzburger Osterfestspielen Premiere hatte.  Es war eine höchst kammermusikalische Aufführung. Die Ouvertüre wird oft als Ursuppe serviert, was inhaltlich legitim […]

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