Konzertreihen mit Klarinettenquintetten werden richtig interessant ab dem vierten Termin. Denn die ersten drei programmieren sich quasi von selbst: zuerst Mozart (wen zerrisse es nicht), dann Brahms (wen berührte es nicht), anschließend Carl Maria von Weber (wer schätzte es nicht). Dann aber kommt beispielsweise: Max Reger (welche Sau kennt das denn).

Der Solist Jörg Widmann verantwortet eine solche Reihe im Pierre Boulez Saal, diesem Ort, in dessen Namen meinereins immer schmerzlich die Bindestriche vermisst. Und Widmann führt vorab mit einigen Worten ausgesprochen einnehmend in das Reger-Klarinettenquintett ein, das er gleich gemeinsam mit dem Signum Quartett (auch ohne Binde Strich) aufführen wird: Tonart, A-Dur wie Mozart. Variationstechnik, wie Brahms. Chromatik, nicht wie Weber, sondern wie Wagner. Die große Regersympathie des Schönbergkreises. Aber vielleicht am wichtigsten ist dies: Man spürt Widmanns Liebe für solche schwebende, alles bindende Musik, die Reger 1915 kurz vor seinem Tod komponierte.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com