Ein Kulturdezernent, der ein Festival für Alte Musik ins Leben rief – was es vor 50 Jahren noch alles gab! 1976 legte Joachim Hengelhaupt den Grundstein für die Tage Alter Musik in Herne, mitten in die Pionierzeit der Historischen Aufführungspraxis: Die ersten Harnoncourt-Aufnahmen bei Telefunken lagen gerade einmal fünf Jahre zurück, Ensembles wie der Concentus Musicus Wien, Gustav Leonhardts Leonhardt-Consort, Reinhard Goebels Musica Antiqua Köln oder Sigiswald Kuijkens La Petite Bande bewegten sich aber noch am Rande des Establishments. 1980 begann die Kooperation zwischen Herne und dem WDR, der alle Konzerte seitdem aufzeichnet und teilweise live überträgt. Seit 2004 ist Richard Lorber als Künstlerischer Leiter für die Tage verantwortlich. Mit seinem Schwerpunkt auf europäischer Vielfalt und der Präsentation hierzulande bislang weniger bekannter, insbesondere junger Ensembles der Alte-Musik-Szene, unterscheidet sich das Festival wohltuend von vielen anderen im Klassikbereich. Die diesjährige, 49. Festivalausgabe ist die zwanzigste und zugleich letzte unter Lorbers Leitung; im Anschluss verabschiedet er sich – nach dann 37 Jahren beim WDR – in den Ruhestand. Ich habe ihn zehn Tage vor Festivalbeginn per Zoom erreicht.
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