»Von Macht und Verführung« heißt das Motto der Spielzeit 2019/2020 am Badischen Staatstheater. Damit wurde unfreiwillig auch die thematische Klammer gesetzt für das Drama, das sich in Karlsruhe hinter den Kulissen abspielt.
Am 7. Juli 2020, gegen 10 Uhr, klingelten fünf uniformierte Polizeibeamte an der Wohnungstür von Erik Maurer (Name geändert) in Karlsruhe. Sie zeigten einen Durchsuchungsbefehl und beschlagnahmten Computer, Handy, Speicherkarten. »Im ersten Moment habe ich gezittert«, sagt Maurer, dessen Identität VAN bekannt ist. »Aber dann habe ich mich beruhigt, weil ich weiß, dass ich das Richtige getan habe.« Ende Juni hatte Maurer einen Instagram-Account eingerichtet, auf dem er Vorwürfe gegen das Badische Staatstheater aufgriff, die kurz vorher in einem Zeitungsartikel geäußert worden waren. Die Zuschriften mit weiteren Anschuldigungen, die er daraufhin bekam, postete er anonymisiert. Ein dabei namentlich genannter leitender Mitarbeiter des Theaters zeigte Maurer daraufhin an, wegen Verleumdung, versuchter Nötigung und übler Nachrede. »Dass sie die Polizei auf mich ansetzen, hatte ich eigentlich für das unwahrscheinlichere Szenario gehalten, weil sie ja um ihre Verfehlungen wissen«, sagt Maurer. Er hat sich einen Anwalt genommen. Einige seiner Quellen hat er an die Polizei vermittelt.

