Derzeit arbeiten 158 Juroren für den »PdSK e.V.« Diese Zahl kann sich in dem Augenblick, da Sie dies lesen, schon wieder geändert haben. Denn das Kürzel verrät, ausgeschrieben, dass es sich beim »Preis der deutschen Schallplattenkritik« um einen »eingetragenen Verein« handelt. Wie in allen deutschen Kleingartenkolonien, Sängertafeln, Sport- oder Taubenzüchterclubs greift auch hier das deutsche Vereinsrecht. Und auch im PdSK e.V wird der an sich sinnvolle Vereinsgründungszweck laufend hintertrieben von sich sinnlos verselbständigender Vereinsmeierei. Für jeden von uns Juroren gibt es deshalb immer wieder einen guten Grund, auf der Stelle auszutreten. Viele gehen, manche im Zorn. Viele bleiben aber auch, trotz alledem, aus Liebe. Langweilig wird es eigentlich nie.
An dieser Stelle ist der Transparenzhinweis fällig: Ich schreibe diese Zeilen, befangen von persönlichen Erinnerungen. Seit 1997 arbeite ich bereits als Jurorin mit beim »Preis«, wie ich ihn der Einfachheit halber inzwischen nenne. Erst war ich Teil der Jury 2 (Konzerte), danach jahrelang in Jury 5 (Klavier), wechselte dann in die Jurys 14 und 4 (Grenzgänge und Kammermusik II) und seit neuestem arbeite ich mit in Jury 7 (Oper 1, Barock bis Belcanto). Es gibt insgesamt 32 Jurys, in jeder wirken fünf Kritiker. Sind es, aus oben genannten Fluktuationsgründen, mal einer weniger, greift Absatz 5 der Durchführungsbestimmungen. Wie alle Juroren zahle ich 50 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr. Wie alle nominiere und juriere ich ehrenamtlich in meiner nicht vorhandenen Freizeit. 12 Jahre lang war ich Mitglied im Vereinsvorstand, davon 11 Jahre lang als erste Vorsitzende. By the way, auch als erste Frau auf diesem Posten.

