Vor vier Wochen wurde bekannt gegeben, dass Kazuki Yamada ab 2026 die Nachfolge von Robin Ticciati als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO) antreten wird. Aus Frankfurt anrufend – er ist dort, um sich ein Visum für sein Dirigierdebüt an der Mailänder Scala zu besorgen – strahlt er vielleicht deshalb pure Positivität aus. 

In Birmingham ist Yamada als Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) äußerst beliebt. Er trat dort in die Fußstapfen vieler renommierter Dirigent:innen, die beim CBSO ihren Durchbruch hatten: Simon Rattle, Sakari Oramo, Andris Nelsons und zuletzt Mirga Gražinytė-Tyla. Yamada, der seine Beziehung zum CBSO vor mehr als zehn Jahren als Gastdirigent begann, hatte zu Beginn aber nicht nur gute Karten: ein großartiges Orchester, mit der Symphony Hall eine der besten Konzertsäle Europas und eine starke bürgerliche Tradition von mehr als einem Jahrhundert städtischer Finanzierung des Orchesters auf der einen Seite, auf der anderen Sparzwänge und eine ziemlich düstere Zeit für die gesamte Kunstszene Birminghams. Die Stadtverwaltung erklärte sich im September 2023 praktisch für bankrott; im darauffolgenden März genehmigte der Rat die vermutlich größten Kürzungen in der Geschichte der britischen Kommunalverwaltung. Der Zuschuss des CBSO ging schließlich auf Null zurück. Obwohl dieser nur einen kleinen Teil der jährlichen Einnahmen ausmacht, ist der Verlust von ein paar Hunderttausend Pfund in der angespannten Situation, in der sich die britische Kulturszene befindet, ein schwerer Schlag.


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… ist Redakteur der englischsprachigen VAN-Ausgabe. Er lebt in London.