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Alles war, nichts ist.

Will Heinrich Heine uns eigentlich verarschen? Ständig ist in seinen Texten von »alten Geschichten« und »Märchen« die Rede. Leiden die Leute bei Heine? Oder will er sie vorführen? Haben Komponistinnen und Komponisten, die Heine tausendfach vertonten, diese besondere (romantische) Ironie gecheckt? Und wie sieht es mit Franz Schuberts Der Doppelgänger – aufgeschrieben im Todesjahr 1828 […]

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Verrauschter Rausch

Die musikalische Welt von Maurice Ravel ist sexy und handwerklich überragend. Es scheint, als habe er kein einziges schlechtes Stück geschrieben. »Abgesehen vom Boléro« – sagen manche, halb im Scherz, aber auch das ist Unsinn. Ravels Introduction et allegro ist ein bei Kammermusiker:innen beliebtes und doch irgendwie auch unterrepräsentiertes Stück – im Folgenden erkundet mit […]

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»Ein hoher Ton, ein tiefer Ton, ein Ton in der Mitten.«

Es gibt Menschen in »führenden Positionen« des Musikleben Deutschlands, die Zwölftonmusik nach eigenen Angaben »hassen«. Man kann jetzt gefühlig fragen: »Woher eigentlich dieser Hass?« Man kann aber auch einfach kurz sagen, warum es Zwölftonmusik überhaupt gibt und wie sie funktioniert. Eine mir bekannte (echte) Prinzessin – eine Malerin – hatte auf ihrer Gästetoilette ein Spruchbild […]

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Das Hirn wackelt.

Ein typisches Deutsche-Grammophon-Stück: Überall bekannt, banal, »eingängig«. In dieser schnuckeligen Klebealbum-Abziehbildchen-Tonart ohne Vorzeichen: a-Moll. »Niccolò Panini.« Die Profis vermeiden dieses Werk – und die »Liebhaberinnen und Liebhaber klassischer Musik« wünschen es sich, wenn es heißt: »Wunschkonzert«. Das Evaluation gewordene Klavierstück. Der Tod, Krankheit und (noch schlimmer) Unmut bringende Vorbote der Neoklassik, das Musikpendant zum Paulo-Coelho-Romänchen […]

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Resignation, Version 1827.

»Impromptu« bedeutet so viel wie »aus dem Moment heraus erfunden«. Franz Schuberts Verleger Tobias Haslinger meinte, dieser Begriff könnte sich als Titel für zwei Zyklen von je vier Klavierstücken auf dem Markt erfolgreich ausgehen. Und die im 19. Jahrhundert immer noch aktuelle Mode, alles und jede:n französisch zu betiteln, hatte selbst auf den nicht sonderlich […]

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Satanisch, praktisch, gut.

Arno Lücker vergleicht vier Aufnahmen von Igor Strawinskys Le sacre du printemps. Mit dabei sind Sir Colin Davis und das Royal Concertgebouw Orchestra, Pierre Boulez und The Cleveland Orchestra, Esa-Pekka Salonen und Los Angeles Philharmonic sowie Teodor Currentzis und MusicAeterna. Ein riesiger Musikskandal! Der 60-jährige Igor Strawinsky erhält einen Kompositionsauftrag für ein Werk, zu dem […]

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Copy und Geist

Vor fast genau 300 Jahren – am 24. März 1721 – setzte es was. Beziehungsweise: ER! Und zwar Johann Sebastian Bach den Titel »Six Concerts | Avec plusieurs Instruments. | Dediées | A Son Altesse Royalle | Monseigneur | CRETIEN Louis. | Marggraf de Brandenbourg &c: &c: &c: | par | Son tres-humble & tres […]

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Frozen Dvořák

Auf den Tag genau vor 127 Jahren – am 16. Dezember 1893 – wurde mit Antonín Dvořáks Symphonie No. 9 e-Moll op. 95 eine der bald beliebtesten Symphonien überhaupt von Anton Seidl am Pult der New York Philharmonics uraufgeführt. Arno Lücker widmet sich Dvořáks Symphonie aus der Neuen Welt Schritt für Schritt biographisch, plant die […]

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»Alpenländisches Feeling, fluppig-klarinettös verspätbrahmst«

Unser brummiger Brahms liebte Bad Ischl. Viele Sommerwochen verbrachte er in dem hübschen Nest östlich von Salzburg, umringt von Feuerkogel (1469 Meter) und Katrin (1542 Meter) – sowie gegen Ende der 1880er Jahre immer häufiger von englischen Touristinnen und Touristen; Brahms war ein Prominenter und reagierte auf Autogrammwünsche durchaus einmal mit hörbarem Augenrollen. Der Wiener […]

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»Das Schwerste, was wir haben.«

Titelbild Sarah (CC BY 2.0) 2012 gestattete mir der Geiger Christian Tetzlaff anlässlich eines gemeinsamen Gesprächskonzerts die Formulierung, Béla Bartóks Sonate für Violine solo sei ein »massiv krasses Werk« – und fügte hinzu: »Das ist das Schwerste, was wir haben.« Doch fangen wir die Geschichte noch etwas früher an. Am 13. April 1938 schrieb Bartók […]