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Headbanging 1919

Sergei Djagilew (1872–1929), der Begründer des legendären Tanzensembles Ballets Russes, war viel unterwegs. Als Impresario seiner Ballett-Kompagnie – von Haus aus war er eigentlich Kunst-Dilettant, sammelte Möbel, Bilder und Skulpturen – ging es für ihn durch ganz Europa, später auch in die USA. Anfang Februar 1909 hielt sich Djagilew, von 1906 bis 1929 in Paris […]

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Unheile Welt

Das Konzert für Violine und Orchester von Alban Berg gilt als tiefgründig, großartig, grundtraurig, meisterhaft – und dafür, dass es von Alban »Publikumsgift« Berg stammt, wird es sogar erstaunlich häufig gespielt. Und noch häufiger aufgenommen. Will man »groß« sein, muss man auch (auf) »groß« machen und als geigende Person unbedingt irgendwann – no matter what […]

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Nicht auf Pointe gebürstet

Die Musik der US-Amerikanerin Amy Beach (1867–1944) ist ambitioniert, aber zugänglich, hochromantisch, aber nicht »rückständig« – und wird darum in den letzten Jahren immer öfter zur Aufführung gebracht. Zeit, sich einem besonderen Kammermusikwerk im Interpretationsvergleich zu widmen, dem Trio für Violine, Violoncello und Klavier a-Moll op. 150. Geboren am 5. September 1867 in dem Ort […]

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Ausdruck und Reiberei

Manche Menschen kommen ohne Ouvertüre auf die Welt. Sie erzählen einfach drauf  los. Zu diesem Typus gehört wohl auch der 1865 in Sankt Petersburg geborene Komponist Alexander Glasunow. Ich kenne kaum eine andere Musik, die derart voraussetzungs- und einleitungsfrei mitteilt, was Sache ist. Ich spreche von seinem Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 82, […]

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Wie auf Schienen, ohne Zwang

Sofia Gubaidulinas Chaconne für Klavier (1962) ist schon fast so etwas wie ein Klavier-Solo-Klassiker des 20. Jahrhunderts – beziehungsweise: des 21. Jahrhunderts. Ich sehe das Werk immer häufiger auf Recital-Programmen von Pianistinnen und Pianisten, auch auf denen von bekannteren Kolleg:innen. So spielt Martin Helmchen das Stück am 22. September 2024 beim Beethovenfest Bonn  – und […]

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Vorsicht, dieser Wind kann Spuren von Winter enthalten

Ganze Bücher ranken sich um die psychischen Erkrankungen berühmter Musikerinnen und Musiker. Noch immer hält sich die Auffassung, große Kunst könne nur unter großem Leid entstehen. Ob voyeuristisch oder nicht: Wer Kompositionen ausschließlich unter den Vorzeichen biographischer Informationen über Leid, Not und Krankheit rezipiert, der macht sicherlich etwas falsch. Und so muss auch die Depressionserkrankung […]

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Clown in Ketten

Wer wissen will, was die Komponistin Ethel Smyth zu Lebzeiten dachte, fühlte und tat, kann sich glücklich schätzen: Sie hinterließ bändeweise autobiographische Aufzeichnungen und lieferte sich damit gleichsam der eher boulevardesken Musikgeschichtsschreibung mutig aus. Ein Substrat dieser Notizen hat Heidi Feilhauer 2023 ins Deutsche übersetzt: (Ethel Smyth: Paukenschläge aus dem Paradies, Köln 2023). Mit diesem […]

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Non plus ultra

»Der Verfasser dieser Zeilen sitzt nun abgekühlt am Schreibepulte, doch unvergesslich wird ihm dieser Moment bleiben; Kunst und Wahrheit feiern hier ihren glänzendsten Triumph – und mit Fug und Recht könnte man sagen: non plus ultra! – Wem möchte es wohl gelingen, diese unnennbare Stelle noch zu überbieten?« Der anonyme Rezensent des Jahres 1824, der […]

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Hilfeschreie, ganz aus der Nähe

Je älter ein E-Musik-Werk ist, desto komplizierter ist meist die Überlieferungsgeschichte, was die Noten angeht. Die Überlieferungssituation zu Bachs Johannes-Passion – die Textgrundlage bilden namensgemäß das Johannes-Evangelium der Heiligen Schrift sowie frei hinzugenommene Texte – ist vergleichsweise luxuriös. Da gibt es ganz andere Fälle von hier und dort mühsam zusammengetragenen Versatzstücken, um so etwas wie »Aufführungsversionen« zur Verfügung zu stellen. […]

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Das Umami der Sequenzen

Haydn, Mozart und Salieri waren Fans der blinden Pianistin, Lehrerin, Komponistin, Sängerin und Organistin Maria Theresia von Paradis (1759–1824). Die gebürtige Wienerin komponierte Lieder, Kantaten, Solo-Konzerte, Kammermusik und Opern. Berühmt ist sie bis heute – leider muss man sagen – »nur« für ein einziges Stück. Und das ist angeblich noch nicht einmal von ihr. Na […]

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