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Veröffentlicht inInterview

»Wenn man sagt: ›Das drückt jetzt Zorn aus‹, kommt man nicht weiter, man verkürzt die Sache nur.«

Auf dem Zoom-Monitor wirkt er anders als auf den Fotos. Aber auch die Fotos, nicht nur wegen seiner etwas ausgefallenen Frisur, geben ein immer wieder verschiedenes Bild von Enno Poppe. Er geht mit dem Gesicht nah an das Kameraauge heran. Es wirkt knochiger und schwerer als erwartet, wie jemand, den man für jünger gehalten hat, […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

90/250: Els Aarne

Die Februarrevolution 1917 brachte die Zarenherrschaft in Russland bekanntlich zu ihrem Ende. Auf dem Gebiet der Ukraine witterte man damals die Chance auf die Gründung eines von Russland unabhängigen Staats. Am 17. März des Jahres rief man eine provisorische Regierung aus und wählte den Geschichtswissenschaftler Mychajlo Hruschewskyj (1866–1934) zum Vorsitzenden des ukrainischen Volksrates. 13 Tage […]

Veröffentlicht inInterview

»Klavierspielen ist nicht meine einzige Art, mich zu sehen.«

Tamara Stefanovichs Terminkalender für den September zeigt, dass hier eine vielseitige Künstlerin am Werk ist: Zweimal wird sie beim Musikfest Berlin Anfang September in großer Besetzung Strawinsky spielen, dann geht es für ein Duo-Recital mit Pierre-Laurent Aimard ins Muziekgebouw Amsterdam und für ein Solo-Recital nach Regensburg – mit Werken die man sonst selten hört (zum […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

89/250: Mary Jeanne van Appledorn

Mary Jeanne van Appledorn wurde am 2. Oktober 1927 in Holland geboren. Gemeint ist jedoch – ihr Nachname weist in eine falsche Richtung – nicht der uns durch Nachbarschaft naturgemäß geläufigere Teil der Niederlande, sondern eine 1847 gegründete Stadt (Einwohner:innen heute: ca. 35.000) im US-Bundesstaat Michigan, nahe des Lake Michigan. Kein Elternteil Mary Jeanne van […]

Veröffentlicht inKritik

Raritäten, die eigentlich keine sein sollten

Seit 1987 spielt sich in der nordfriesischen Stadt Husum ein jährliches Klavierfestival ab, das sich sehr bald nach seiner Gründung durch den Berliner Pianisten Peter Froundjian zu einer festen Größe abseits der Mainstream-Festspielsaison etabliert hat. Im letzten Jahr musste das Festival pandemiebedingt erstmals ausfallen – sonst gibt es im Schloss vor Husum allsommerlich für eine […]

Veröffentlicht inInterview

»Schließlich dachte ich, dass es einfacher ist, das Requiem zu vollenden, als Rilling wieder und wieder zu sagen, dass ich es nicht kann.«

Im Juni besuchte ich den Pianisten und Musikwissenschaftler Robert Levin in seinem Haus in Cambridge, Massachusetts. Ausgaben der Gesamtwerke von Mozart, Schubert, Beethoven und vielen anderen Komponist:innen zieren sein Wohnzimmer. Levin besitzt die fast unheimliche Gabe, ein Werk in seine einzelnen Stilelemente zu zerlegen – ein bemerkenswerter Prozess der Destillation und Abstraktion, den Levin mit […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

87/250: Cécile Chaminade

Sie ist eine der bekanntesten Komponistinnen des späten 19. Jahrhunderts überhaupt: Cécile Chaminade. Geboren wurde sie am 8. August 1857 in Paris. Ihre Mutter war Sängerin und Pianistin und unterrichtete das Mädchen – drittes von vier Kindern – am Klavier. Kompositionen entstanden ab Chaminades achtem Lebensjahr. In Pariser Salonkreisen nannte man sie »Wunderkind«. Chaminades Vater […]

Veröffentlicht inInterview

Die Anti-Diva

Pauline Viardot, die vor 200 Jahren in Paris in eine andalusische fahrende Opernfamilie hineingeboren wurde, war in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Sie komponierte und veröffentlichte (vor allem Vokalwerke mit französischen, russischen, deutschen, italienischen und spanischen Texten), spielte Klavier auf dem Niveau einer Clara Schumann, unterrichtete, vermittelte zwischen Künstler:innen, Gönner:innen und Kulturen, betätigte sich als Herausgeberin, […]

Veröffentlicht inInterpretationsvergleich

»Ein hoher Ton, ein tiefer Ton, ein Ton in der Mitten.«

Es gibt Menschen in »führenden Positionen« des Musikleben Deutschlands, die Zwölftonmusik nach eigenen Angaben »hassen«. Man kann jetzt gefühlig fragen: »Woher eigentlich dieser Hass?« Man kann aber auch einfach kurz sagen, warum es Zwölftonmusik überhaupt gibt und wie sie funktioniert. Eine mir bekannte (echte) Prinzessin – eine Malerin – hatte auf ihrer Gästetoilette ein Spruchbild […]

Veröffentlicht inPorträt

»Ich glaube daran – aber es gefällt mir nicht!«

Für einen Künstler seines Formats ist die Anzahl der Aufnahmen des Pianisten Ferenc Rados recht überschaubar. Jetzt ist eine weitere hinzugekommen: Im Juni 2021 hat Rados zusammen mit Kirill Gerstein, der zeitweilig Rados‘ Schüler war, Mozarts Klaviersonaten zu vier Händen KV 497 und 521 eingespielt. Steven Isserlis nimmt das zum Anlass, seine Erfahrungen mit Rados […]