Wir sehen, dass in unserem Land die Diskussionen darüber, wie es eigentlich noch gelingen kann, ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, um kulturelle Arbeit zu gewährleisten, komplizierter werden. In Hamburg sind wir letztlich auf einer Insel der Glückseligen, weil wir hier noch einen Kulturhaushalt haben, der im nächsten Jahr im zweistelligen Prozentbereich steigen wird. An vielen, vielen anderen Orten in der Republik diskutieren wir momentan darüber, wie es noch gelingen kann, das Bisherige auszufinanzieren. Hier kann häufig über Steigerungen in den Haushalten gar nicht geredet werden, weil vielfach Kürzungen bereits angedroht oder auch schon umgesetzt werden müssen.

In so einer Zeit droht eine Situation wieder aufzubrechen, in der die verschiedenen Segmente, die verschiedenen Sparten, die verschiedenen Gruppen innerhalb des kulturellen Lebens nur noch gucken: Wie komme ich selber durch diese Situation? Das darf nicht passieren. Es geht nicht darum, sich wie in einem Nullsummenspiel darum zu kümmern, dass die einen mehr und die anderen weniger bekommen und so Rechtfertigungslogiken wieder aufmachen, in denen es heißt: Warum haben die Häuser denn so viel Geld, während wir nur so wenig Geld haben, um frei produzieren zu können? Es geht darum, anzuerkennen, dass wir über die letzten Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte, Produktionsformen entwickelt haben, gerade auch im Bereich des freien darstellenden Spiels, die jeweils ihre Berechtigung aus ihrer jeweiligen künstlerischen Logik heraus haben, und dass die jeweils gefundenen Institutionen, in denen sie geronnen sind, kulturelle Werte und wichtige Bestandteile unserer kulturellen Landschaft sind.


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