Earl Wilson, der amerikanische Kolumnist, schrieb einmal folgenden Satz: »Schnee und Pubertät sind die einzigen Probleme, die verschwinden, wenn man sie lange genug ignoriert.«

So sehr mir der Satz gefällt, so wenig lässt er sich auf meine eigene Adoleszenz anwenden: Ich hatte irgendwie keine Pubertät, es hing mit der kirchlich durchgetakteten, mit Ritualen und heidnischen Bräuchen der Innerschweiz vollgepackten 80er Jahren zusammen, in denen richtige Halbwüchsige wild herumpubertierten, ich jedoch (zu) komplizierte Bücher las und Klavier bzw. Geige übte. Den Schnee mochte ich allerdings sehr und vielleicht, vielleicht war die Überhitzung beim Schlittschuhlaufen oder Skifahren etwas, das einem pubertären Überschnappen sogar bei mir recht nahe kam.

Der Wissensmangel um die Adoleszenz ist damit aber immer noch nicht behoben.

Daher begebe ich mich auf die Suche nach fremden Pubertätserfahrungen, genauer nach dem Klang und der Musik jener Zeit, die von wirklich Betroffenen als extrem, existenziell und manchmal auch als düster bezeichnet wird. Den Auftakt zu Reihe macht für mich der Schriftsteller Alain Claude Sulzer.


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… ist eine Schweizer Dirigentin, Musiktheoretikerin, Festivalkuratorin und Produzentin des Labels Schweizer Fonogramm. Zwischen 1998 und 2000 war sie Assistentin an der Berliner Philharmonie und an den Salzburger Osterfestspielen.