Die Pandemie steckt dem Kulturbetrieb noch in den Knochen: unvergessen die Tage, in denen von heute auf morgen alles umstrukturiert werden musste, auf Online-Programme und reduzierte Platzkapazitäten, Abstandsregelungen auf der Bühne und im Zuschauerraum – und permanent die bleierne Ungewissheit, wann und ob es jemals wieder so werden könnte wie vorher. Die Mittel aus dem »Neustart Kultur«-Programm sind am Ende, und umso hörbarer atmete der Betrieb auf, als vor etwa einem Jahr klar wurde: Das Publikum bleibt nicht zu Hause – es kommt tatsächlich wieder.
Jetzt zeigt die aktuelle Saison überraschenderweise: An manchen Standorten kommt dabei nicht nur fast oder genauso viel Publikum wie in der letzten Vor-Pandemie-Saison – sondern teilweise mehr als jemals zuvor.
Der erste Hinweis auf diese Entwicklung kam aus Dortmund: Eine Pressemitteilung des Konzerthauses von Anfang April verkündete »die höchsten Verkaufszahlen seit den Eröffnungsjahren 2002–2004«. Seit vergangenem September seien dort mit 90.000 Menschen bereits 25 Prozent mehr Besucher:innen ins Konzert gekommen als in der gesamten vorherigen Saison 2022/23. Besser liefen im Vergleich nur die Eröffnungsjahre, in denen allerdings auch deutlich mehr Konzerte stattgefunden hatten.

