»Erstaunlich, dass klassische Künstler:innen eigentlich oft nicht kreativ sind…«, hörte ich jemanden in einem Gespräch während der Pause eines Symposiums sagen. Ein Satz, der so nebenbei fiel und mich ins Grübeln brachte. Künstler:innen, Musiker:innen – wer sind wir heute eigentlich?
Als ich vor gut zwanzig Jahren anfing Klavier zu lernen, besorgten sich meine Nicht-Musiker-Eltern viele Bücher und Aufnahmen, um mehr über diese Welt zu erfahren. Wir gingen zu Konzerten und informierten uns, welche Pianist:innen es gab, was, wie und wo sie überall spielten. Sie selbst und ihr Berufsweg waren Vorbilder und Inspirationen, nicht nur für mich und meine Eltern, sondern auch für meine Lehrer:innen. Unwillkürlich schlich sich bereits zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Künstler:innen-Figur in meinen damals achtjährigen Kopf. Eine Person, die durch ihre besonderen Fähigkeiten, Werke großer Meister in großen Sälen aufführen zu können, bedeutsam wird. Und da war er: Der unbemerkte Augenblick, in dem ich auch diesen Hut tragen wollte.

