Der Bariton Christian Gerhaher ist einer der bekanntesten Sänger unserer Zeit. Vor allem seine Kunstlied-Einspielungen werden weltweit gerühmt, aber auch im Bereich Oratorium und Oper ist Gerhaher aktiv und in allen Klassiktempeln dieser Welt zu Hause. Geboren wurde er 1969 im niederbayerischen Straubing – genauso wie sein langjähriger Freund und Klavierbegleiter Gerold Huber, mit dem er die Bühne teilt und Jahrgang sowie Geburtsort gemeinsam hat. Gerhaher stellt sich immer hinter das Werk – ohne falsche oder gar esoterische Demut. In seinen Interpretationen wird Gerhaher – mit dem Material einer schönen und vor allem äußerst flexiblen Stimme – zum Medium für das Werk, für die Klänge, für den Text. Die gesungenen Worte – stets in völlig klarer Diktion ohne Aufdringlichkeit – werden zum Hörangebot für die Rezipierenden. Augenblicke werden zu langen Linien – und Momente nie im Sinne eines Effekts ausgekostet. Und dennoch ist man am Ende total betroffen – und meint, selbst gemeint zu sein.Am Vormittag nach einem vorabendlichen Konzert mit den Wunderhorn-Liedern Gustav Mahlers in der Laeiszhalle Hamburg hat Arno Lücker Gerhaher in einem Hotel nähe Dammtor zum Gespräch getroffen. Von der Lounge im achten Geschoss hat man von der großzügigen Terrasse einen schönen Blick auf Hamburg. Das Wetter ist schön, ich hätte Lust, eine Zigarette zu rauchen.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
