Nach zwei bajuwarischen Riesengaudis kehrt nun zweimal belgo-berlinische Strenge und Ernsthaftigkeit in die Philharmonie zurück. Denn Gaudis waren es ja, dieses tiefenbedürftige Auferstehungsspektakel Mahler Zwo und jener straussige Riesennietzschejux Alpensinfonie, die Anfang der Woche von Münchner Spitzenorchestern dargeboten wurden. (Dass in einem der Konzerte Alban Berg immerhin einen ins Innerliche wandernden Kontrast zur Alpensinfonie bot, reizt zu Kalauern, die derart naheliegen, dass man sie sich besser verkniffe; aber zu spät, jetzt ist er raus.)
Doch nicht nur postbergsche Seriosität ist im dieswöchigen Programm der Berliner Philharmoniker zu finden, sondern, wenn man’s genau nimmt, nochmal eine Menge Münchnertum. Nicht nur, weil der Chefdirigent Kirill Petrenko ja zuvor GMD an der Bayerischen Staatsoper war, sondern auch, weil mit Karl Amadeus Hartmann ein waschechter Münchner Weltmensch auf dem Programmzettel steht. Und den Bariton Christian Gerhaher, der Hartmann singt, darf man auch München zuschlagen.

