Ein klirrend kalter Sonntagabend in Charlottenburg. Ich bin mit dem Regisseur und Schauspieler Axel Ranisch zur Premiere von Purcells King Arthur an der Berliner Staatsoper verabredet. Als Spielleiter seiner Impro-Gruppe um die Schauspieler Heiko Pinkowski und Peter Trabner hat Ranisch nicht nur bezaubernde Kinofilme erschaffen (viele Freunde, denen ich von unserem gemeinsamen Opernbesuch erzähle, erklären Ranischs ersten Spielfilm Dicke Mädchen spontan zu einem Lieblingsfilm aller Zeiten), er ist auch Schauspieler (unter anderem verkörpert er den Kommissar Schröder in der ARD-Krimiserie Zorn), Mitgründer der Produktionsfirma Sehr gute Filme, Klassikfan und Opernjunkie. Vier Opern hat er bisher selbst inszeniert, einen Doppelabend mit den beiden Einaktern The Bear von William Walton und La voix humaine von Francis Poulenc an der Bayerischen Staatsoper, die komische Oper George von Elena Kats-Chernin (im Rahmen der KunstFestSpiele Herrenhausen), für die er auch das Libretto schrieb, und die Kinderoper Pinocchio von Pierangelo Valtinoni, wieder an der Bayerischen Staatsoper.Mehrere Anläufe hat es gebraucht, bis es mit der Verabredung endlich klappt. Im letzten Jahr drehte Ranisch seinen ersten Tatort, die vom SWR produzierte Ludwigshafen-Ausgabe mit Ulrike Folkerts (Babbeldasch läuft am 26. Februar 2017 in der ARD). Als die im Kasten war, ging es gleich mit der nächsten weiter. »Wir fangen in acht Tagen an zu drehen. Weil es beim ersten Mal so viel Freude gemacht hat.« In der zweiten Januarwoche gäbe es aber ein freies Zeitfenster, schreibt er. »Was könnten wir da denn machen? … Ooh, King Arthur kenne ich noch gar nicht, aber ich liebe Purcell!« Eigentlich wollten wir zur Werkeinführung gehen, aber Ranisch hat sich in der Zeit vertan und kommt erst kurz vor knapp. So bleibt nur noch ein Moment für’s Warm-Up.
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