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Wagner & Bayreuth

Übermensch im Märchenland

Kindisch, komisch, brutal – unendlich: Richard Wagners ›Siegfried‹ feiert das Ungebrochene und ist doch ein Werk voller Brüche

Jeder singt für sich allein

Heldentenor oder Sängerknabe? An keiner Stimme scheiden sich die Geister so wie an Klaus Florian Vogt. Und auch jene Ungeister, die die Wagnerei oft so unerquicklich machen… Jetzt sang Vogt an der Dresdner Semperoper erstmals den Tristan.

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Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester


Kolumnen

Albrecht Selge

Hundert 11

Sterben ist Menschensache

Himmlisches Unvermögen und abgebranntes Kinderland: Tobias Kratzer inszeniert in München eine neue ›Walküre‹, die dem Publikum von Marterl bis Hubschrauber einiges zumutet und es dennoch ziemlich restlos begeistert

Zeremonie der Nuancen

Klassikerbesichtigung: An der Berliner Staatsoper gibt es eine Wiederbegegnung mit Ruth Berghaus’ 35 Jahre alter Inszenierung von Debussys ›Pelléas et Mélisande‹, die auch musikalisch beglückt

Holger Noltze

The Society of Music

Ein Herr

Auch die Rezeption ist eine Kunst und auch darin gibt es Genies – wie Jürgen Kesting. Er war das phonographische Gedächtnis der Gesangskunst. Ein Nachruf

Volker Hagedorn

Rausch & Räson

Piaf und die Gänsehaut

Im Roman ›Die Jahre‹ von Annie Ernaux werden Chansons und Poptitel zum Teil einer Partitur der Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg. Volker Hagedorn sieht darin ein Modell für einen anderen Blick auch auf die ›Klassik‹.

Treffen am Südpol

Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.

Die letzte Diva

In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts

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Audio der Woche

Johannes Held und Doriana Tchakarova: 13x Erlkönig

»Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?« Wie kaum eine andere Ballade haftet Der Erlkönig mit seinem berühmten Anfangsvers im kulturellen Gedächtnis ganzer Generationen – bis heute. Das neue Album Erlkönig von Bariton Johannes Held und Liedpianistin Doriana Tchakarova widmet sich diesem ikonischen Text in außergewöhnlicher Weise: nach intensiver internationaler Recherche präsentieren die beiden ausgewiesenen Liedspezialisten 13 ausgewählte Vertonungen – von der frühesten Fassung von Corona Schröter über die berühmte Fassung von Franz Schubert bis hin zu einer zeitgenössischen Vertonung. Das Album vereint Werke aus Klassik, Romantik und Moderne, darunter selten gespielte Raritäten und eine Welturaufführung.


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Video der Woche

CALLS
von BETTER ME

BETTER ME ist das Duo-Projekt von Vanessa Porter und Emil Kuyumcuyan, das sich zwischen zeitgenössischer Komposition, Elektronik und Performance bewegt. Ein zentrales Merkmal der eigens für das Projekt entstandenen Stücke ist das Spannungsfeld zwischen präziser Komposition und improvisatorischer Freiheit, das Einflüsse aus elektronischer Musik, IDM, Minimalismus und Jazz aufgreift und ein breites Spektrum von fragilen Klangflächen bis zu rauen Dissonanzen eröffnet. In CALLS tritt der Einfluss von IDM besonders deutlich hervor. Inspiriert von Weckrufen aus unterschiedlichen Kulturen und Traditionen, entfaltet sich ein vielschichtiger Dialog aus Impulsen, Wiederholungen und Verschiebungen.


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Audio der Woche

Das Trio E.T.A. mit dem Andante con moto aus César Francks Trio fis-Moll op. 1 Nr. 1

»Für uns ist das fis-Moll-Trio von César Franck Ausdruck jugendlicher Begeisterung, großen Selbstbewusstseins und einer fast überbordenden Lust am Leben, an der Musik und am Komponieren«, so beschreibt das Trio E.T.A. das Werk, dass sie jüngst für ihr neues Album un///known eingespielt haben. »Vielleicht wirkt es auf den ersten Blick überladen – wir empfinden es vielmehr als das freudige Ausbrechen eines jungen Komponisten, der etwas Eigenes sagen möchte und der mit jeder Note Hoffnung und seine Liebe zur Musik teilt. Aus unserer Sicht ist das Werk nicht nur kompositorisch klug und mutig gebaut, sondern ein Werk, das uns auf der Bühne das Gefühl völliger Freiheit gibt. Eine Freiheit, getragen von tiefer, grenzenloser Zuversicht.«


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Interviews

»Die ukrainische Musik braucht Zeit und Chancen.«

Russlands Krieg gegen die Ukraine ist auch ein kultureller Vernichtungsfeldzug. Doch nach der ersten Welle der Solidarität flaute das Interesse an ukrainischer Musik im Westen wieder ab. Ein Gespräch mit der Dirigentin Oksana Lyniv über den mühsamen Weg ins Repertoire, die Omnipräsenz russischer Musik und Kunst als existenzielle Therapie.

»Ich muss den Leuten Zuversicht geben.«

Dirigentin Romely Pfund feierte jüngst ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Ein Gespräch über Studium und Arbeit als Generalmusikdirektorin in der DDR, Meisterkurse bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa und die Frage, wie viel Härte die Leitung eines Orchesters verlangt

Ein gegenseitiges Umarmen  

Vor 25 Jahren starb der Dirigent Giuseppe Sinopoli während einer Vorstellung von Verdis ›Aida‹ am Pult der Deutschen Oper Berlin. Neun Jahre leitete er als Chefdirigent die Staatskapelle Dresden und führte das Orchester durch die Nachwendezeit. Ein Rückblick auf eine besondere Beziehung

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Unter Vorbehalt

Die Zukunft der Rundfunkklangkörper steht auf dem Prüfstand. In Hessen soll das Land einsteigen in die Finanzierung der hr-Ensembles, in Berlin ist man auf der Suche nach den fehlenden Millionen und beim SWR malt der Intendant den Teufel an die Wand.

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Kulturpolitik

Mega

Die Berliner Philharmoniker wollen während der Philharmonie-Sanierung in den Flughafen Tempelhof ausweichen. Das Land Berlin will sie als Zugpferd für die Wiederbelebung des ICC. Wer wird sich am Ende durchsetzen?

Die nützliche Kunst

Eine aktuelle Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung liefert viele gute Argumente für Kulturförderung in Berlin. Was aber bleibt vom Eigenwert der Kunst, wenn Kultur vor allem über ihren wirtschaftlichen Nutzen legitimiert wird?

Sterben auf Raten

Auch Wien muss jetzt sparen: Die Kammeroper soll geschlossen werden, genau wie die Sterbewohnung Franz Schuberts, das Haydn-Haus und die Johann-Strauß-Wohnung

Geplatzte Metropolen-Träume

Überraschendes Aus für ein Prestige-Objekt: Der angekündigte Opern-Neubau in Düsseldorf ist gestoppt, die Aufregung groß, der Kommunikationsstil der Stadtspitze verbesserungsfähig. Geht es bei der Absage wirklich nur um Geldmangel?

Wie weiter nach 16 Jahren Fidesz?

Um lebendig zu bleiben, braucht eine Kulturszene in erster Linie ein berechenbares Umfeld. Ob gut oder weniger gut, ist zweitrangig – Hauptsache, es ist beständig. Fidesz hat der Klassik-Szene in Ungarn genau das Gegenteil beschert. Wie kann es jetzt weitergehen?

Musik & Aufmerksamkeit

Mahler statt Rosinen

Die Aufmerksamkeitsspannen werden immer kürzer. Wird das klassische Konzert zum nächsten Opfer – oder kann es die Rettung sein?

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Blick nach vorn

Was bleibt

Wie mein Hörverlust meine Beziehung zur Musik verändert

Mega

Die Berliner Philharmoniker wollen während der Philharmonie-Sanierung in den Flughafen Tempelhof ausweichen. Das Land Berlin will sie als Zugpferd für die Wiederbelebung des ICC. Wer wird sich am Ende durchsetzen?

In zu vielen Hinsichten gut?

Dem Verein Musethica, der auf besondere Art Meisterkurse mit Outreach-Konzerten verbindet, wurden vom Berliner Senat die Mittel gestrichen. Fällt das Projekt gerade weil es auf vielen Ebenen wirkt und Kultur, Soziales, Integration, Inklusion, Justiz und Bildung verbindet durch das Raster öffentlicher Förderung?

Kompass Musikstudium

Das Musikinformationszentrum veröffentlicht Tool zur besseren Recherche zu über 1.700 musikbezogenen Studiengängen in Deutschland

Aktuelle Meldungen

KPIs im Kerzenlicht

Fever, das Unternehmen hinter den »Candlelight Concerts«, will durch Auftrittsanalysen nach strengen Kriterien seine Konzerte weltweit vereinheitlichen

Die nützliche Kunst

Eine aktuelle Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung liefert viele gute Argumente für Kulturförderung in Berlin. Was aber bleibt vom Eigenwert der Kunst, wenn Kultur vor allem über ihren wirtschaftlichen Nutzen legitimiert wird?

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Neu in VAN

»Wir müssen in der Lage sein, gemeinsam Zeit zu verlieren.«

Giovanni Antonini, Gründer und Leiter des Barockensembles Il Giardino Armonico, geht es beim Musizieren ums Kommunizieren, nicht um Perfektion. Warum Aufnahmen und Social Media diesem Ansatz im Weg stehen – und wie eine Il-Giardino-CD vor 26 Jahren trotzdem das Leben vieler junger Musikerinnen und Musiker veränderte.

Schauen Sie in die Noten!

Wie viel Eintracht, wie viel Familiensinn, wie viel Strenge braucht gute Musik? Ein Besuch beim Klavier-Meisterkurs von András Schiff im Schweizer Bergdorf Ernen

Die Krise der Neuen Musik gibt es nicht

Das Interesse an neuester, noch unerprobter Musik war schon immer einer Gruppe von Insidern vorbehalten – von Mozart bis heute. Dennoch ist ihre Entwicklung und Zukunft hoffnungsvoller, als viele glauben. Eine Replik auf Rupert Huber von Musikmanager und Künstleragent Karsten Witt

Wen bewegt diese Musik?

Seit Jahrzehnten findet Neue Musik fast nur noch vor ›Eingeweihten‹ statt. Warum ist ihr Anliegen, vermittelbar zu bleiben, geschwunden? Ein Gastbeitrag des Dirigenten und Komponisten Rupert Huber

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Komponistin-O-Mat


Aus dem Archiv

Die Anti-Diva

Ein Multitalent des 19. Jahrhunderts, das europaweit das Kulturleben mitgestaltete, und doch lange ein blinder Fleck der Musikgeschichtsschreibung war: das Phänomen Pauline Viardot(-García), erklärt von Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard.

Neue Musik

Alles fließt

Die Absage der Uraufführung eines neuen Werks von Clara Iannotta in Essen erhitzte letzte Woche die Gemüter. Chronologie einer Welle und die Frage: Was bleibt?

Alte Musik

Reicht’s jetzt?

Es gibt viele Gründe, mit Luther, dem Pietismus und dem Bild des fünften Evangelisten zu hadern: Anmerkungen zum Kantaten-Marathon des Leipziger Bachfestes

Bach, aber regelmäßig!

Im Bachhaus Eisenach erschließt eine feine, kleine Schau das ›Phänomen Bachfest‹. Vor 125 Jahren begann in Berlin, was zur internationalen Bewegung mit heute mehr als 80 Festivals wurde – und zu jeder Zeit neben künstlerischen auch politische Entwicklungen spiegelte.

Der leise Charismatiker

Der legendäre Dirigent Helmuth Rilling ist am 11. Februar im Alter von 92 Jahren gestorben. Erinnerungen einer Weggefährtin an den singulären Künstler, der einen musikalischen Sonderweg ging und in vielen Dingen seiner Zeit voraus war

Zu gu­ter Letzt