Da fällt man vom Glauben ab
Das Evangelische Gesangbuch wird derzeit überarbeitet. Ein Blick in den Erprobungsband, der in einigen Gemeinden getestet wird, löst Unbehagen aus.
Vielleicht habe ich nicht genug getan
Am 6. September enden die diesjährigen Bachfesttage in Köthen. Als der letzte Ton verklungen ist, steht die AfD als Wahlsieger fest. Aufzeichnungen aus der Zukunft
Wir haben ein Orchester gekauft
Das Deutsch-Romantische Orchester und der Trend zum Pay-to-Play in der klassischen Musik
»Ich verstehe nicht, wie jemand völlig unpolitisch sein kann.«
Der Dirigent Paavo Järvi im Gespräch über Mahlers Ironie, Putins Propaganda und seinen Instagram-Account
Wagner & Bayreuth
Diese Woche in VAN
Essay
Übermensch im Märchenland
Kindisch, komisch, brutal – unendlich: Richard Wagners ›Siegfried‹ feiert das Ungebrochene und ist doch ein Werk voller Brüche
Möschs Bayreuth
Ein Bayreuther Junge schreibt das Buch zum 150. Festspieljubiläumsjahr. Aber daran hat die Wagner-Welt noch eine Weile weiterzuknuspern.
Jeder singt für sich allein
Heldentenor oder Sängerknabe? An keiner Stimme scheiden sich die Geister so wie an Klaus Florian Vogt. Und auch jene Ungeister, die die Wagnerei oft so unerquicklich machen… Jetzt sang Vogt an der Dresdner Semperoper erstmals den Tristan.
Dirigent:innen Klavier Komponist:innen Kulturpolitik Musik & Politik Musik als Beruf Neue Musik Oper Orchester
Kolumnen
Albrecht Selge
Hundert 11
Sterben ist Menschensache
Himmlisches Unvermögen und abgebranntes Kinderland: Tobias Kratzer inszeniert in München eine neue ›Walküre‹, die dem Publikum von Marterl bis Hubschrauber einiges zumutet und es dennoch ziemlich restlos begeistert
Zeremonie der Nuancen
Klassikerbesichtigung: An der Berliner Staatsoper gibt es eine Wiederbegegnung mit Ruth Berghaus’ 35 Jahre alter Inszenierung von Debussys ›Pelléas et Mélisande‹, die auch musikalisch beglückt
Lortzing in der Traufe
Quasselregen ist auch keine Lösung fürs Denkmal der deutschen Spieloper: Premiere von ›Zar und Zimmermann‹ an der Deutschen Oper Berlin
Holger Noltze
The Society of Music
In Abels’ Welt
Textgebirge eines erfüllten Operndramaturgenlebens: Norbert Abels’ ›Tonfabeln‹ sind geistiges Superfood
Exerzitien in Zartheit
Simon Rattle führt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks durch Elgars Jenseitsträume in ›The Dream of Gerontius‹. Man will gar nicht mehr wachwerden.
Ein Herr
Auch die Rezeption ist eine Kunst und auch darin gibt es Genies – wie Jürgen Kesting. Er war das phonographische Gedächtnis der Gesangskunst. Ein Nachruf
Volker Hagedorn
Rausch & Räson
Piaf und die Gänsehaut
Im Roman ›Die Jahre‹ von Annie Ernaux werden Chansons und Poptitel zum Teil einer Partitur der Jahrzehnte seit dem Zweiten Weltkrieg. Volker Hagedorn sieht darin ein Modell für einen anderen Blick auch auf die ›Klassik‹.
Treffen am Südpol
Musikgeschichte wird immer noch weitgehend zentralisiert geschrieben – rund um die ›Klassik‹ und die Ideologie der Moderne, aufgeteilt in Gehege. Auf den Spuren von Rachmaninow in den 1930ern entdeckt Volker Hagedorn einen berühmten Jazzpianisten. Und anstelle von Genres den Klang einer Zeit.
Die letzte Diva
In der Oper ist bekanntlich alles möglich. Und nach zahlreichen Treffen mit Sänger:innen entstand bei Volker Hagedorn ein Traum, der endlich wahr wurde: eine Begegnung mit der – neben Maria Callas – wohl populärsten Diva des 20. Jahrhunderts
Interviews
»Es gab Zeiten, in denen ich mich fragte: Wer weiß, ob es überhaupt was wird mit einer Karriere.«
In den USA längst ein Star ist Augustin Hadelich nun auch in Europa der Geiger der Stunde. Ein Gespräch über trügerisch stringente Lebensläufe, den langen Weg zum Selbstbewusstsein und die Kunst, Orchestern eine Wintersonne zu erklären.
»Die ukrainische Musik braucht Zeit und Chancen.«
Russlands Krieg gegen die Ukraine ist auch ein kultureller Vernichtungsfeldzug. Doch nach der ersten Welle der Solidarität flaute das Interesse an ukrainischer Musik im Westen wieder ab. Ein Gespräch mit der Dirigentin Oksana Lyniv über den mühsamen Weg ins Repertoire, die Omnipräsenz russischer Musik und Kunst als existenzielle Therapie.
»Ich muss den Leuten Zuversicht geben.«
Dirigentin Romely Pfund feierte jüngst ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Ein Gespräch über Studium und Arbeit als Generalmusikdirektorin in der DDR, Meisterkurse bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa und die Frage, wie viel Härte die Leitung eines Orchesters verlangt
»Ich wollte um jeden Preis verhindern, dass Anima stirbt.«
Midori Seiler, neue künstlerische Leiterin von Anima Eterna Brugge, über den Bruch und die Versöhnung mit Gründer Jos van Immerseel, die Neuerfindung des Ensembles und den Unterschied zwischen schöner und korrekter Aufführung
»Kein Musiker war der Überzeugung, dass ich es schaffen würde, ein Klavierstudium anzugehen.«
Pianist und Komponist Mert-Abdullah Çapan ist Student der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ein Gespräch über den Weg ins Musikstudium mit hochgradiger Sehbehinderung
Ein gegenseitiges Umarmen
Vor 25 Jahren starb der Dirigent Giuseppe Sinopoli während einer Vorstellung von Verdis ›Aida‹ am Pult der Deutschen Oper Berlin. Neun Jahre leitete er als Chefdirigent die Staatskapelle Dresden und führte das Orchester durch die Nachwendezeit. Ein Rückblick auf eine besondere Beziehung
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Diese Woche in VAN
Bericht
Unter Vorbehalt
Die Zukunft der Rundfunkklangkörper steht auf dem Prüfstand. In Hessen soll das Land einsteigen in die Finanzierung der hr-Ensembles, in Berlin ist man auf der Suche nach den fehlenden Millionen und beim SWR malt der Intendant den Teufel an die Wand.
»Wir haben dieses Ansinnen für absurd erachtet.«
Der SWR lässt prüfen, ob die Deutsche Radio Philharmonie zum Kammerorchester verkleinert werden kann. Ein Gespräch mit dem Orchestervorstand über die Folgen dieser Pläne für Kulturauftrag und Programmvielfalt und den Widerstand in der Region
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann konstituiert sie sich noch heute
Die ARD soll die Zukunft ihrer Klangkörper prüfen und richtet eine Arbeitsgruppe ein. Oder doch nicht?
Das Mischke-Menetekel
Der erste Kultur-Aufreger des Jahres: Die ARD bestellt einen Moderator – und bestellt ihn wieder ab. Muss uns das interessieren?
Nur für Stammgäste
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen fungiert in der klassischen Musik als verlängerte Werkbank für die PR-Abteilungen der Major Labels.
Kulturpolitik
Abend für Abend Unterschiede aushalten
Die Soziologin Jutta Allmendinger hat im Theater gelernt, dass Demokratie nicht Einigkeit bedeutet, sondern die Fähigkeit, Widerspruch auszuhalten. Was passiert, wenn die Orte verschwinden, die genau das täglich üben?
Die nützliche Kunst
Eine aktuelle Studie des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung liefert viele gute Argumente für Kulturförderung in Berlin. Was aber bleibt vom Eigenwert der Kunst, wenn Kultur vor allem über ihren wirtschaftlichen Nutzen legitimiert wird?
Sterben auf Raten
Auch Wien muss jetzt sparen: Die Kammeroper soll geschlossen werden, genau wie die Sterbewohnung Franz Schuberts, das Haydn-Haus und die Johann-Strauß-Wohnung
Geplatzte Metropolen-Träume
Überraschendes Aus für ein Prestige-Objekt: Der angekündigte Opern-Neubau in Düsseldorf ist gestoppt, die Aufregung groß, der Kommunikationsstil der Stadtspitze verbesserungsfähig. Geht es bei der Absage wirklich nur um Geldmangel?
Wie weiter nach 16 Jahren Fidesz?
Um lebendig zu bleiben, braucht eine Kulturszene in erster Linie ein berechenbares Umfeld. Ob gut oder weniger gut, ist zweitrangig – Hauptsache, es ist beständig. Fidesz hat der Klassik-Szene in Ungarn genau das Gegenteil beschert. Wie kann es jetzt weitergehen?
Musik & Aufmerksamkeit
Mahler statt Rosinen
Die Aufmerksamkeitsspannen werden immer kürzer. Wird das klassische Konzert zum nächsten Opfer – oder kann es die Rettung sein?
Entscheidend ist nicht welche Musik, sondern wie wir sie hören
Macht Mozart schlau? Warum haben wir Ohrwürmer? Und hat Musikunterricht wirklich ›Transfereffekte‹ auf Konzentrationsfähigkeit, Sozialverhalten und Intelligenz? Ein Interview mit dem Neurowissenschaftler und Psychologen Lutz Jäncke
»Ich bin lieber in seltsamen Dingen zu Hause.«
Stefan Goetsch aka Hainbach über Tonbandschleifen, rare Synthesizer, Drum-Computer und ungewöhnliches Testequipment – und wie daraus Performances mit Ensembles und Soundtracks für Filme wie ›Amrum‹ werden
















