Nun gilt es also nicht mehr, jenes geflügelte Wort, das mal Gustav Mahler, mal Karl Kraus in die Schuhe geschoben wird: »Wenn die Welt untergeht, ziehe ich nach Wien; dort passiert alles 50 Jahre später.« Es gilt nicht mehr, weil Wien derzeit ein atemberaubendes Tempo vorlegt, die einst heiligen Institutionen der Hochkultur zu beschneiden, empfindlich zu kürzen oder gleich ganz zuzusperren, wie man in Wien sagt. Denn Wien ist hoch verschuldet und muss dringend sparen. Die alten Beharrungskräfte scheinen plötzlich aufgebraucht zu sein, die Unantastbarkeit von Institutionen scheint außer Kraft gesetzt. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Effizienz schafft die (Kultur-)Politik neuerdings Fakten, die das bis eben noch gepflegte Image der generösen Kulturstadt Wien empfindlich stören dürften.


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… studierte Gesang und Klavier, Germanistik und Philosophie. Sie arbeitete u.a. als Sängerin und Pianistin, Dramaturgin, Regieassistentin und Pressesprecherin. Seit 2003 freie Journalistin und Autorin.