Am 17. November erscheint Die Welt nach Wagner (Rowohlt), das neue Buch von Alex Ross, dem Musikkritiker des New Yorker. In diesem raffinierten Beitrag zur Kunstgeschichte durchleuchtet Ross den Einfluss Wagners auf anderthalb Jahrhunderte Literatur, Malerei und Politik. Und dabei macht dieses Buch wirklich Spaß. Am Telefon habe ich mich mit Ross über die Recherche und aktuelle Wagner-Diskurse unterhalten; nur ab und zu unterbrochen von seinen Katzen.

VAN: Du hast nach eigener Aussage zehn Jahre an der Welt nach Wagner gesessen. Hast du irgendwann angefangen, überall, in allen Kunstwerken, mit denen du dich beschäftigt hast, Wagner zu sehen?
Alex Ross: Eine Zeit lang war das so. Aber ich habe mich da wieder rausgearbeitet, zumindest zum größten Teil. Es gab eine Phase, in der habe ich in jedem Buchladen, den ich betrat, erstmal die Inhaltsverzeichnisse aller möglichen Bücher nach Wagner gescannt. In jedem Museum und jeder Galerie habe ich nach ›Wagner-Kunst‹ Ausschau gehalten. Es ist eine Erleichterung, nicht mehr in diesem wahnhaften Zustand festzuhängen.

