Am 17. November erscheint Die Welt nach Wagner (Rowohlt), das neue Buch von Alex Ross, dem Musikkritiker des New Yorker. In diesem raffinierten Beitrag zur Kunstgeschichte durchleuchtet Ross den Einfluss Wagners auf anderthalb Jahrhunderte Literatur, Malerei und Politik. Und dabei macht dieses Buch wirklich Spaß. Am Telefon habe ich mich mit Ross über die Recherche und aktuelle Wagner-Diskurse unterhalten; nur ab und zu unterbrochen von seinen Katzen.

Alex Ross • Foto © David Michalek
Alex Ross • Foto © David Michalek

VAN: Du hast nach eigener Aussage zehn Jahre an der Welt nach Wagner gesessen. Hast du irgendwann angefangen, überall, in allen Kunstwerken, mit denen du dich beschäftigt hast, Wagner zu sehen?

Alex Ross: Eine Zeit lang war das so. Aber ich habe mich da wieder rausgearbeitet, zumindest zum größten Teil. Es gab eine Phase, in der habe ich in jedem Buchladen, den ich betrat, erstmal die Inhaltsverzeichnisse aller möglichen Bücher nach Wagner gescannt. In jedem Museum und jeder Galerie habe ich nach ›Wagner-Kunst‹ Ausschau gehalten. Es ist eine Erleichterung, nicht mehr in diesem wahnhaften Zustand festzuhängen.


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... ist seit 2015 Redakteur bei VAN. Sein erstes Buch, The Life and Music of Gérard Grisey: Delirium and Form, erschien 2023. Seine Texte wurden in der New York Times und anderen Medien veröffentlicht.