›Macht Musik schlau?‹ hieß das erste populärwissenschaftliche Buch, das Lutz Jäncke 2008 veröffentlichte, mit »neuen Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften und der kognitiven Psychologie«. Zuvor hatte er bereits vielfach rein wissenschaftlich publiziert, Psychologie, Neurophysiologie und Hirnforschung studiert, anschließend im Beth-Israel-Krankenhaus der Harvard Medical School geforscht und an einem Forschungszentrum in Jülich gearbeitet und war auf einen Lehrstuhl für Neuropsychologie erst an der Universität Magdeburg und später an die Universität Zürich berufen worden. Mittlerweile ist Jäncke emeritiert – und scheint umso mehr Zeit zum populärwissenschaftlichen Schreiben zu haben. Im März 2026 erschien sein neuestes Buch ›Von Synapsen und Symphonien. Musik neuropsychologisch betrachtet‹, ›Wenn Töne salzig schmecken‹, eine Sammlung von Berichten über Treffen Jänckes mit beeindruckenden und für ihn als Neurologen interessanten Profi-Musiker:innen, wird Mitte April 2026 veröffentlicht. Ich erreiche ihn am Montagmorgen per Videocall.

VAN: Es wird gerne behauptet, dass es schlau macht, Musik von Mozart zu hören. Was ist dran an diesem Mozart-Effekt?

Lutz Jäncke: Der Ausgangspunkt der ganzen Geschichte war ein überraschend einfacher Versuch, der Anfang der 1990er Jahre im renommierten Fachjournal Nature veröffentlicht wurde: Die Versuchspersonen sollten einen Teil einer Intelligenztestaufgabe lösen, genauer gesagt einen räumlichen Test. Zuvor hatten sie etwa zehn Minuten lang Mozarts Klaviersonate für zwei Klaviere in D-Dur (KV 448) gehört. Nach dem Hören dieser Musik zeigten die Versuchspersonen etwas bessere Leistungen in diesem räumlichen Intelligenztest. Die Autoren erklärten diesen Effekt mit der Idee, dass Mozarts Musik das Gehirn in ein bestimmtes Aktivitätsmuster versetze, das durch eine besonders intensive Vernetzung neuronaler Netzwerke gekennzeichnet sei. Ein solches Muster – so die Hypothese – könnte komplexe kognitive Leistungen begünstigen.


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... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com