Welches Thema spaltet Deutschland am heftigsten? Radwege? Heizungen? Weselskys größter Bahnstreik aller Zeiten? Oder die wahnwitzigen Planspiele gutbetuchter Fanatiker bei Schnittchen und Prosecco, mal eben Millionen von Mitbürgern aus dem Land zu deportieren?

Oder: Klaus Florian Vogt. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Wobei eigentlich Liebe im Kunstgenuss unbedingt angemessen ist, Hass hingegen nichts zu suchen haben sollte, wenn einem was oder wer nicht gefällt. Aber keine Ästhetensparte hat ein solches Aggro-Problem wie die Opernszene, wo Stimmhooligans draufbatzen, als gäb’s kein Morgen, wenn irgendwer irgendwas angeblich falsch sänge – man tue sich nur mal entsprechende Online-Foren an. Und am allergarstigsten ist die Wagnerszene. In Bayreuth fragte ich mich letztes Jahr einmal, ob das ein toxisches Erbe des, freundlich ausgedrückt, schwierigen Meistercharakters sein könnte, dass es in Wagnerdiskussionen öfter zugeht wie bei Himmlers unterm Sofa.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com