Veröffentlicht inKritik

Der Bauch muss weg

Das hätte sich Bohuslav Martinů sicher nicht träumen lassen, dass er mit seiner Griechischen Passion die Oper unserer Gegenwart schreiben würde. Noch weniger konnte er vorhersehen, dass diese Oper jetzt bei den Salzburger Festspielen zum umjubelten Erfolgsstück würde, als einzige der vier Neuproduktionen. Der Zuspruch kam umso überraschender, als der Abend davor mit der Premiere […]

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Expedition nach Utopia

2022 hat Teodor Currentzis Utopia ins Leben gerufen. Das gleichnamige Orchester hat bereits mehrfach konzertiert, für die Salzburger Festspiele 2023 ist der Utopia Choir hinzugekommen, um Purcells Semi-opera Indian Queen und Mozarts c-moll-Messe zu erarbeiten und aufzuführen. Die Musiker aus über 30 Nationen kommen projektweise zusammen und werden durch die Kunst und Kultur DM Privatstiftung […]

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Crash im Assoziationsraum

Der im Premierenjahr 2022 schmählich versenkte Ring des Nibelungen könnte sich noch zum Publikumsliebling mausern. Diesen Eindruck kann man heuer zumindest am Anfang gewinnen, als er sich von Neuem aus der Tiefe erhebt. Einhelliger Jubel fürs eröffnende Rheingold, und auch gegen die vielgescholtene Regie von Valentin Schwarz sind erstmal keinerlei Unmutsbekundungen zu vernehmen, weder im […]

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Vom Fach

Wer bin ich? Diese große philosophische Frage nach Identität hat für Sänger eine ganz praktische Bewandtnis: Wer auf die Opernbühne will, muss sich zuvor in ein Stimmfach einsortieren. Denn in der Welt der Oper ist ein Sopran nie einfach nur ein Sopran. Je nach Timbre, Umfang, Beweglichkeit und Volumen der Stimme kann es sich bei […]

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Jenseits von Eden

Das Paradies war gestern. Die Welt von Adam und Eva, Kain und Abel [gemäß alter Transliteration hier Adahm, Chawa, Kajin und Chabel] liegt in Trümmern. Unbewohnbar. Kahle Bäume, ein Autowrack und Geigerzähler sind Zeugnisse einer nicht klar definierten Katastrophe. So hausen die Überlebenden unter der Erde. Eingedeckt mit Vorräten, zwischen Notstromaggregaten, Cornflakes und Dosenessen haben […]

Veröffentlicht inNachricht der Woche

Nicht für schönes Wetter

»Arbeitszeit ist, was anfällt«, beschreibt Lauren Schubbe von der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) flapsig, wie aktuell an so manchem Theaterhaus mit der Arbeitszeit der Bühnenkünstler:innen verfahren wird. Sowohl die Gewerkschaften der Bühnenangestellten (neben der GDBA die Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles und der Bundesverband Schauspiel) als auch der Bühnenverein auf Arbeitgeberseite bemühten sich ab Oktober […]

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Schlaflos in Sanssouci

Der Theaterschlaf – und das betrifft auch den in Oper, Konzert oder Kino – ist kein Privileg reisender Kritiker, von denen es sowieso nicht mehr so viele gibt. Es handelt sich vielmehr um eine bewährte, alte Kulturtechnik, die jeder erlernen kann. Davon ein andermal. Hier und heute geht es um eine Oper, in dem nicht […]

Veröffentlicht in250 Komponistinnen

243/250: Olga Neuwirth

Die Proteste der Studentinnen und Studenten im Jahr 1968 verliefen in Österreich viel ruhiger als in anderen Ländern. Und in Graz, der Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark, war auch musikalisch »tote Hose«. Heute ist beispielsweise die Oper Graz ein Haus mit vergleichsweise avantgardistischen Ambitionen. Und der Name einer komponierenden »Tochter der Stadt« ist im Grunde jedem […]

Veröffentlicht inKritik

Prüde durch die Wüste

Bei Pasolini, 1968, lebte die Familie des Mailänder Großindustriellen in einer kühlen, hellen, stillen, weiten Villa mit Garten, geschützt von einem übermannshohen Zaun. Das eiserne Tor, das sich nur zweimal öffnet und schließt, lässt Unheil hinein. 2023, an der Deutschen Oper Berlin, haust eben diese Familie hinter den sechs Schiebefenstern eines rabenschwarzen Adventskalenders in einem […]

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