Tatsächlich eine Form von Oper, entstanden sogar 250 Jahre, bevor die Europäer die Gattung »erfanden«: Das ist nicht falsch. Und doch wirkt dieses Etikett wie ein Notbehelf des westlichen Menschen, der versucht, sich dem Mysterium japanisches Nō-Theater anzunähern. Gewiss ist das »ein Gesamtkunstwerk mit Orchester, Chor, Rezitativ, Arie, Szene und Tanz«, wie Professor Glen Wilson […]
Kategorie: Neu in VAN
»Was zum Teufel machen wir hier eigentlich?«
Vor einigen Wochen gab der Dirigent Robert Ames bekannt, dass er als künstlerischer Co-Leiter und Co-Chefdirigent des London Contemporary Orchestra zurücktritt. Das kam etwas überraschend – Ames, der das LCO vor 18 Jahren mitbegründet hatte, war in gewisser Weise das Gesicht des Ensembles. Die Entscheidung, sich von einer Organisation zu trennen, die man selbst ins […]
Jonas, Julia, Christian … und ich.
Annahmen, die man über sein Gegenüber trifft, enthüllen oft mehr über einen selbst als über den anderen. Das gilt für Individuen ebenso wie für Organisationen. Wenn sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk zum Beispiel auf die Suche nach ›dem Hörer‹ macht, trifft er oft nur sich selbst. Oder Jonas, Julia und Christian. Das sind die neuen »Personas« […]
Ah, moderno!
Riccardo Frizza hatte das Orchester des Teatro San Carlo, des ältesten (1737) bis heute spielenden Opernhauses der Welt, gerade mit ansprechender Leichtigkeit durch die Ouvertüre geführt: Musik eines Vierzehnjährigen!, da ging der Vorhang hoch und von hinter mir kam ein Stoßseufzer: ah, moderno! Nicht empört, nicht resigniert, bloß eine Feststellung. Claus Guth zeigt Mozarts erste […]
Glück, Verhebung, Klinkenknubbel
Es ist wieder da, wo es hingehört. Lerchenauisch Glück also in Köln, der Autohölle mit Herz: Nach vierzehn Jahren wurde das Opernhaus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Die Sanierung war eine rechte Ochstour. Geplant waren drei Jahre und nicht mal ein Drittel der Kosten, die dann tatsächlich entstanden. Inklusive der Aufwendungen für den Interimsbetrieb auf der anderen […]
Hope in the Night
Zu den weißesten Orten unseres Kulturlebens gehören immer noch die Konzertsäle – trotz einiger asiatischer Menschen in Orchestern und Publikum. Schwarze Besucher sieht man kaum mal, in Deutschland wohl noch seltener als in Belgien, den USA oder Großbritannien, aber auch dort wenig. Das zu ändern hat sich im Jahr 2015 Chi-Chi Nwanoku aufgemacht, nigerianischstämmige Britin, […]
