Veröffentlicht inRausch & Räson

Piaf und die Gänsehaut

Auf Seite 64 ist man schon so weit in den Bann dieses Buchs geraten, dass ein Satz genügt, fast nur ein Hinweis, um ihm nachgehen zu wollen hinter den Rand des gewaltigen, dabei ruhig dahinfließenden Panoramas, das Annie Ernaux in ihrem Roman Die Jahre entfaltet – nicht einfach autobiografisch, sondern als eine Art Biografie der […]

Veröffentlicht inEssay

»Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt!«

»Soeben 1 Uhr sind Mahler u. Frau abgereist, lassen Dich herzlich grüßen, der italienische Componist Puccini war eigens auch aus Pest gekommen, viel junge Leute aus Wien, deren einziges Handgepäck ein Klavierauszug war, – es regnet u. ich sitze auf der Gartenterrasse des Hotels, um Dir zu berichten, daß Salome sehr gut gegangen, ein Riesenerfolg, […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Treffen am Südpol

Es ist eigentlich ganz schön, nicht der Erste am Südpol zu sein. Da stehen schon welche? Wie gut, dann ist es ja wirklich die richtige Stelle! In meinem Fall war der Südpol die Vermutung, dass zwei der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts aus komplett verschiedenen Genres viel miteinander zu tun haben. Vom einen kannte ich […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Die letzte Diva

Um fünf vor drei schwingt lautlos das große Gittertor auf, dabei habe ich nicht geklingelt, es gibt keine Klingel, eine Überwachungskamera sehe ich auch nicht. Alte, hohe Bäume rechts und links in der Sonne, hinten das Schloss, wie man es von vielen Bildern kennt. Siebzehntes Jahrhundert, zwei Flügel, verbunden durch den turmartigen Mittelbau… Als ich […]

Veröffentlicht inKritik

Vögel, Lava, Pollock und Titanen

Als sich am 1. Juni 1912 Igor Strawinsky und Claude Debussy an den Pleyel setzten und in privater Runde die vorläufige vierhändige Fassung des Sacre du printemps spielten, waren ihre Zuhörer anschließend »niedergestreckt wie von einem Orkan, der vom Beginn der Zeiten gekommen war, um unser Leben an den Wurzeln zu ergreifen«. Man soll nicht […]

Veröffentlicht inInterview

»Ich ist nicht genug«

Ingo Metzmacher sitzt irgendwo in Wien in der Sonne, als wir uns per Zoom treffen, und erholt sich für ein paar Tage von den Proben in Mailand, wo er an der Scala die Uraufführung von Il nome della rosa vorbereitet, eine Oper von Francesco Filidei nach Umberto Ecos Roman. Nach deren Premiere wird er in […]

Veröffentlicht inPorträt

Eine Unbeirrbare

»Manchmal habe ich zuerst einen geheimnisvollen Klang im Kopf, der ist ganz undefinierbar, aber es ist, als ob das ganze Werk gleichzeitig erscheint. Das ist wie ein Geschenk vom Himmel, und ich muss antworten.« So erzählte es Sofia Gubaidulina im April 1990 in Hannover, auf ihrer ersten Reise in den »Westen«, da war sie 58 […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Krummes Ding

Sogar bei Penny in Walsrode wurden die Kunden mit der lustigen Nachricht beschallt, unlustige Nachrichten sind im Marktradio logischerweise nicht zugelassen. Eigentlich hätte die muntere Sprecherin auch gleich auf die günstigen Bananenpreise in der Obstabteilung hinweisen können, als sie erklärte, dass in New York eine Banane für 6,2 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt habe – […]

Veröffentlicht inPorträt

Einer für die Zerrissenen

Bo Skovhus ist kein Typ, der zuerst nach Wohlklang sucht. 1962 in Dänemark geboren, Wahlwiener seit Jahrzehnten, hat der Bariton besonders die großen Zerrissenen mit existentieller Präsenz konturscharf gemacht, von Wozzeck bis Lear – und viele neue Opern mit auf den Weg gebracht. Jetzt ist er »Ich« in der Zürcher Schnittke-Produktion Leben mit einem Idioten […]

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