Veröffentlicht inEssay

»Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt!«

»Soeben 1 Uhr sind Mahler u. Frau abgereist, lassen Dich herzlich grüßen, der italienische Componist Puccini war eigens auch aus Pest gekommen, viel junge Leute aus Wien, deren einziges Handgepäck ein Klavierauszug war, – es regnet u. ich sitze auf der Gartenterrasse des Hotels, um Dir zu berichten, daß Salome sehr gut gegangen, ein Riesenerfolg, […]

Veröffentlicht inHundert 11

Sie sinkt, wie geblendet von seiner Nacktheit, in die Knie

Bei den Raritäten, die der Dirigent Iván Fischer gern aufführen lässt, bin ich nicht jedes Mal sicher, ob es sehr gut ist, das jetzt also auch kennengelernt zu haben. Andererseits, bei Fischer wird eigentlich alles interessant, auch das Uninteressante. Und schließlich, der Begriff »uninteressant« trifft es ja gar nicht, was Richard Strauss‘ Ballettmusik Josephs-Legende angeht. […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Schreckliches wird geschehen?

Auf meinem Schreibtisch, auf dem physischen und dem digitalen, liegen gerade die Spielzeitvorschauen der Opernhäuser, deren Programme ich, mehr oder weniger, verfolge. Am Rande noch Notizen der Rückschau für die Kritikerumfrage der ›Opernwelt‹, und in diesem Zwischenmoment des Blicks zurück/nach vorn weht mich ein Hauch von Müdigkeit an. Landauf landab der bekannte Programmcocktail mit Mozart […]

Veröffentlicht inHundert 11

Großgoldformat und mystisches Phlegma

Passt irgendwie zu diesem geduldigen Komponisten, dass einer der Höhepunkte seines Jubiläums sich erst im neunzehnten Monat des Gedenkjahrs ereignet. Denn die Musik des 1924 gestorbenen Gabriel Fauré eilt und drängelt niemals, sie pressiert nicht, rechtet nicht – sie fließt einfach konzentriert dahin. Eine liebenswerte Qualität, die ihren Urheber zugegeben nicht gerade zum Musiktheater prädestinierte. […]

Veröffentlicht inHundert 11

Ausgeabert!

Nicht nur der Lärm selbst ist eine der schwersten Alltagslasten, sondern auch und mehr noch extrem ruhebedürftige Menschen; der Autor dieser Zeilen (wie Kritiker in Deutschland statt »ich« sagen) spricht aus Erfahrung. Daneben gibt es aber bekanntlich auch Menschen, für die zu den größten Krachplagen überhaupt zählt: Oper, zumal solche von Strauss. Diese Plage ist […]

Veröffentlicht inHundert 11

Rudelbildung und Ratlosigkeit

Es gibt viele Arten, den Meeresboden des Repertoires aufzuwühlen. Zwei sehr gegensätzliche waren am vergangenen Wochenende zu erleben: Einerseits beim Orchester Stegreif, indem von Klassikern der Klassik ausgehend wild-frei drauflos gespielt wird. Andererseits mit Christian Thielemann, der ein paar Lieblingswerke hat, die einen berühmten Komponistennamen tragen, die aber nie eine Sau spielt – außer eben […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Änderungen nachverfolgen

Natürlich darf das das. Dekonstruktion, Übermalung sind nicht nur legitime, sondern auch produktive Verfahren, wenn Kunst mit anderer Kunst umgeht. Zumal wenn die, wie fast immer in der Oper, schon älter ist und wir heute, sagen wir, an die Zauberflöte, andere Fragen stellen als das Publikum im Theater auf der Wieden anno 1791. Wie da […]

Veröffentlicht inHundert 11

Mit Strauss zurück in die Zukunft

Unter allen großen Opernkomponisten ist Richard Strauss derjenige, der in der Spätblüte seines Schaffens doch die erstaunlichsten Ladenhüter fabriziert hat – über sage und schreibe zwei Jahrzehnte. Uns alle schaudert es bei Turandot, aber wen gänsehäutet es wohl bei Daphne? Falstaff beseligt uns, aber wen entzückt Capriccio? Parsifal fordert uns heraus, aber wen macht Die […]

Veröffentlicht inThe Society of Music

Die Brechstangen

In der New York Times war Anfang der Woche beschrieben, wie wir mit der Schlagzahl der Tabubrüche, Grenzüberschreitungen und Ungeheuerlichkeiten aller Art des neuen amerikanischen Präsidenten ja nicht mehr mitkommen. Das ist natürlich Absicht, eine Taktik der Überrumpelung, und wir-das-Publikum geht in Deckung. Wer sich für Opern interessiert, kann natürlich schon auf einige Erfahrung mit […]

Veröffentlicht inHundert 11

Stofftier, aus dem die Träume sind

Reiche haben besseren Sex als Arme, das ist eine der immerhin diskutierbaren Ideen, die man Strauss’/Hofmannsthals unmöglichem Giga-Werk Die Frau ohne Schatten entnehmen kann. Sorgenfrei besseres Vögeln bei denen da oben, zumindest bevor die fundamentale Sex-, Ehe- und Sinnkrise einsetzt. Anfangs singt die gespenstische Amme noch übers rege Kopulationsleben bei Kaisers: Die Nacht war nicht […]

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