Der Rhein ist hier schon relativ breit und schnell. Je nach Pegelstand schafft er auf der Höhe des Bonner Bundesdorfs 6 bis 10 Stundenkilometer. Schwimmen ist streng verboten. Aber es gibt hier immer noch schöne Stellen am Fluss, an denen das Ufer strandartig anmutet und man Kiesel flach übers Wasser titschen kann, als wäre man […]
Autoren-Archive: Eleonore Büning
… lernte Geige und Klavier, studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, promovierte über frühe Beethoven-Rezeption. Von 1994 bis 1997 Musikredakteurin der Zeit, von 1997 bis 2018 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seither wieder freelance unterwegs. Seit 2011 ist Büning Vorsitzende der Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik.
Die Rückkehr der Künstlerintendanten
Das Timing hat zwar nicht planmäßig geklappt. Andererseits ist unterdessen auch nichts durchgesickert. In Aix-en-Provence gehen die Uhren offenbar immer noch anders, man bleibt erfrischend entspannt, unabhängig von Tempo und Tratsch des Clickzeitalters. Ursprünglich war die Bekanntgabe der Personalie, wer in Nachfolge des jüngst verstorbenen Pierre Audi die Leitung des Aixer Opernfestivals übernehmen soll, angekündigt […]
Gebt diesen Steinen ein Bewusstsein!
Musik ist die Sprache der Gefühle. Vielfach benutzt, manchmal verhunzt, geht dieser Merksatz zurück auf Immanuel Kant. Auch die Parnassus Arts Productions haben sich den Slogan auf die Fahnen geschrieben. Gegründet 1999 von Manager Georg Lang und Countertenor Max Emanuel Cencic, kümmert sich diese Wiener Agentur um rundum alles, was im florierenden Zwischenreich der Barockoper […]
Schaufenster eines Landes
Martha Argerich hat abgesagt. Das war die schlechte Nachricht für etliche Festivals und Tourneen des Sommers. Zumindest, was das Box Office anbelangt. Doch je nachdem, wer diese unschlagbare Legende ersetzt, kann sich das auch in eine gute Nachricht verwandeln. Auf der aktuellen Europatour der römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia, mit der Daniel Harding als […]
Liebe ist kein wilder Vogel
Der Sturm ist vorbei. Die Zeit rast im Flug. Vor den hohen Fenstern der Orangerie regiert längst die Nacht im Park Sorgenfrei. Trotz alledem sorgen wir uns doch ein bisschen, wir Glücklichen, die wir noch drinnen im Hellen sitzen, gefangen im Strom der Musik, auf der Insel der Seligen. Kommen wir je wieder heim? Fährt […]
Computer können so was nicht
Er blieb bis zu seinem letzten Lebenstag im vierundneunzigsten Jahr wach und gegenwärtig. Bis vorgestern stand Alfred Brendel im Diskurs mit Freunden und Kollegen, als Künstler und als Zeitgenosse, vermittelt über den allmorgendlichen Mailverkehr mit Caro, der »Zeitungsbotin«. Dieser Pianist war, obwohl er sich längst aus dem Konzertleben zurückgezogen hatte, stets präsent, wann immer es […]
Kollision mit einem Eisberg
Fellini hatte es herausgefunden: Opernhäuser sind, wie große Schiffe, eine Blaupause für die gesellschaftspolitischen Verhältnisse. Bei Dekadenz gehen sie unweigerlich unter. Andererseits können sich Insassen von Opernhäusern durchaus ungestraft einer ganzen Reihe von Todsünden hingeben, als da sind Hochmut, Trägheit, Neid oder Völlerei. Man sieht es gerade den etablierten Häusern nicht mal von außen an, […]
Es kommt immer noch schlimmer
Gleich zwei Kassandras mischten sich ein in die 57. Tage für neue Kammermusik in Witten. Die eine, weil sie sich um die Zukunft des Festivals sorgt. Denn Patrick Hahn, der für das Programm verantwortliche WDR-Redakteur und künstlerische Leiter, hat gekündigt, schon zum 1. Juli. Die zweite Kassandra sagte gleich das Aussterben der gesamten zeitgenössischen Musik […]
Auferstehn, mein Herz, im Nu!
Das Motto der diesjährigen Osterfestspiele in Salzburg lautet »Wunden und Wunder«. Man könnte das, was dieser Tage dargeboten wird, ebenso gut zusammenfassen unter dem Slogan »Gott und die Welt«. Oder, falls es unbedingt ein marketingtauglicher Stabreim sein muss: »Hölle und Himmel« oder »Chor und Chaos«. Allein drei Chöre stauen sich bei der Eröffnungspremiere auf der […]
Hoffnung und Illusionen
Die Parteien im Parlament streiten sich wie die Kesselflicker. Nennen einander gierige Tröpfe und sich selber gute Leute. Böse Worte fallen. Es geht schlimmer zu, als je in der Weimarer Republik oder im Plenarsaal des Bundestags. Das Publikum wird nervös. Auf gar keinen Fall möchte man jetzt an die letzte Woche da draußen denken und voreilige […]
