Ein ehrgeiziger Produzent, ein Libretto, in dem sich die Moderne spiegelt, ein großer Komponist vor dem Durchbruch, ein genialer Choreograph und ein Tänzer, der auf Hochtouren läuft – vor etwa 100 Jahren brachte Strawinskis Ballett Petruschka eine neue Ästhetik auf die Bühne.
Autoren-Archive: Wiebke Hüster
Alexei Ratmansky
Alexei Ratmansky ist der meistgefragte klassische Choreograf unserer Zeit. Sein Wohnsitz ist New York, wo er 2009 einen Vertrag als Hauschoreograf des American Ballet Theatre unterschrieb. Geboren vor sechsundvierzig Jahren in der Stadt, die heute wieder wie zu den Zeiten seines berühmtesten Vorgängers, Marius Petipa, St. Petersburg heißt, pendelt er zwischen Kopenhagen, San Francisco, Moskau und anderen Orten, in denen große, am klassischen Erbe und an seiner Zukunft interessierte Ballettkompanien arbeiten.
Geschäftige Orientierungslosigkeit
Choreografen sind spezielle Leute. So findet für sie der Schaffensprozess eines neues Werkes, dieser geheimnisvolle und mysteriöse Vorgang, vollständig unter den Augen einer kleinen Öffentlichkeit statt. Maler malen in der Abgeschiedenheit ihres Ateliers oder doch einsam vor ihrer Staffelei, wo immer sie steht. Schriftsteller schreiben, nachdem sie ihre Kinder, ihre Geliebten, ihre Studenten, Verwandten, Freunde […]
