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Fegefeuer in Rheingoldstadt

Es weckt Staunen übers eben Gesehene und gespannte Erwartung aufs Kommende, was hier alles gelingt. Und das, obwohl Dirigent Vladimir Jurowski und Regisseur Tobias Kratzer einiges dafür investiert haben, dass die Sache schon zum Vorabend des neuen Münchner Ring des Nibelungen kolossal schiefgehen müsste. Zumindest könnte. Nein, müsste. Denn der eine dirigiert in Zeitlupe, der […]

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Wüst am Meer

Hundertachtzehn Jahre lang wurde Ethel Smyths Oper The Wreckers in Deutschland (nach einer durch freche Männerkürzungen versemmelten Uraufführung) überhaupt nicht gespielt. Und jetzt gleich dreimal: kürzlich in Karlsruhe, im kommenden Winter in Schwerin, jetzt in Meiningen. Ist die üppige Strandräuberpistole der britischen Komponistin damit jetzt schlagartig Repertoire? Mal abwarten. Vermutlich wird das eine oder andere […]

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Wie ein Konstrukt

Jeder konstruiert sich seinen Currentzis. Im Blick auf den schwarzgewandeten Bleichling scheinen mittlerweile keine Grautöne mehr möglich, nur noch Blackpainting versus Whitewashing. »Putinknecht, Geniefaker, Scharlatan« wütet es von der einen Seite, unter Beiseitefegung allen Zweifels, jeder Differenzierung, angestachelt durch Currentzis‘ schwer erträgliches Schweigen zu Russlands Krieg. Pah! Kunst und Politik müsse man »einfach trennen«, leiert […]

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1A alliterierend

Ja, das passt musikalisch und menschlich: Die Akademie für Alte Musik (aka Akamus) und der Countertenor Carlo Vistoli treten zum Beginn einer gemeinsamen Europareise im Berliner Konzerthaus auf. Von Lissabon bis Lausanne werden sie ihr Programm spielen, mit Musik von 1710 bis 1730 aus den drei großen L-Städten: London, Leipzig, Lagunenstadt. Vistoli, geboren in Lugo, […]

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Charmant verrutschend

Das Jubiläumsjahr war leider schon voll: Bruckner, 200. Geburtstag, und Puccini, 100. Todestag, werden sowieso ständig gespielt. Arnold Schönberg, 150. Geburtstag, ist das, was denkende Dirigenten eigentlich immer machen wollen, aber sonst nur begrenzt dosieren dürfen. Ferruccio Busoni, ebenfalls 100. Todestag, gibt spezialisierten Solisten Gelegenheit, das aufzuführen, was sonst keiner auf dem Kasten hat. Und […]

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Because why not

»Man braucht ein bestimmtes Wissen, eine historische Einordnung, um eine vertiefte Emotion herstellen zu können«, sagt über alte Musik der Kritiker Clemens Goldberg, der für derlei Wissensvermittlung bei seinem öffentlich-rechtlichen Sender Radio3 im Zeitalter der Durchhörbarkeit keinen Platz mehr sieht. Am anderen Ende der Näherbringungsskala steht derzeit der junge polnische Countertenor Jakub Józef Orliński, der […]

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Tante Frieda ein Fest

Programme müssten so sein, sagte der damalige Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin Marek Janowski vor dreizehn Jahren, »dass auch Tante Frieda ins Konzert kommt«. Den Gedanken würde man in unseren heutigen, empfindlicher gewordenen Zeiten wohl anders formulieren, zumindest Onkel Erwin würde man mitnennen. Aber Janowskis Argument bleibt ja gültig: »Intellektuelle programmatische Pirouetten dürfen nicht dazu führen, […]

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Feierlich gewitternd

Quasi zwei Mini-Festivals im Festival, konzentriert und hochkarätig: Beim Musikfest Berlin sind drei Konzerte dem Schaffen von Isabel Mundry gewidmet, einer der wichtigsten Komponistinnen der Gegenwart. Drei weitere Konzerte präsentieren Musik der weithin unbekannten Amerikanerin Ruth Crawford Seeger, die vor allem in den 1920er Jahren komponierte. Beflügelnde Hörherausforderung! Die sich noch fortsetzt im großen Symphoniekonzert, […]

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Jubilarswahlverwandtschaften

Ein Festivalprogramm, das halb sorgsam kuratiert, halb aus zufälligem Tourneerepertoire zusammengewürfelt ist, lädt zu allerlei eigenen Verknüpfungen ein. Runde Geburts- und Todestage stehen ja heutzutage in (zu) hohem Grad im Mittelpunkt der Klassikprogrammgestaltung. So sind auch beim diesjährigen Musikfest neben dem Leitthema Amériques drei 2024er Jubilare präsent: ein wenig der extrem unamerikanische Anton Bruckner (200. […]

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Die VAN-Saisonvorschau 2024

ANNA SCHORS Zu Recht gehypt: Vor etwa hundert Jahren schrieb Paul Hindemith eine Kurzoper über drei Nonnen am Rande des Nervenzusammenbruchs. Bis heute hat Sancta Susanna nichts von ihrer dramatischen Durchschlagskraft und ihrem symbolistischen Grusel eingebüßt. Nur, dass darin wieder mal eine Frau für ihr sexuelles Begehren sanktioniert wird, nervt. (Schwester Susanna nähert sich dem […]

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