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Nicht con brio leiern!

Der Pianist sitzt nicht seitlich, sondern mit dem Rücken zum Publikum – und somit absolut offen ins gemeinsame Musizieren mit dem Orchester. Es gibt ja viele Arten, Beethovens ziemlich bekannte Klavierkonzerte zu »verlebendigen«. Neben pochenden Hammerklavieren und warmkratzenden Darmsaiten oder Spieltechniken und Phrasierung kann auch eine solche historische Bühnenaufstellung dazugehören, bei der dann der Pianist […]

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Mit Strauss zurück in die Zukunft

Unter allen großen Opernkomponisten ist Richard Strauss derjenige, der in der Spätblüte seines Schaffens doch die erstaunlichsten Ladenhüter fabriziert hat – über sage und schreibe zwei Jahrzehnte. Uns alle schaudert es bei Turandot, aber wen gänsehäutet es wohl bei Daphne? Falstaff beseligt uns, aber wen entzückt Capriccio? Parsifal fordert uns heraus, aber wen macht Die […]

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Liebe den Leidenden

Schnurz, ob nun la musica oder le parole zuerst: Sprache spielt in jeder Oper eine wichtige Rolle, sonst wär’s ja Ballett, Sinfonische Dichtung oder sonst ein schlingliges Schlampampel. Aber es gibt Werke, bei denen die Sprache eine besonders herausragende Angelegenheit ist, ohne dass sie doch irgendwie »über« der Musik stünde. In Leoš Janáčeks Opern schmiegt […]

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Die Hussiten siegen beim Eishockey

Schnuppe, ob nun le parole oder la musica zuerst: Sprache spielt in jeder Oper eine wichtige Rolle, sonst wär’s ja Ballett, Sinfonische Dichtung oder irgendein schlanglanges Schlimpimpel. Aber es gibt Werke, bei denen die Sprache eine besonders herausragende Angelegenheit ist, ohne dabei doch irgendwie »über« der Musik zu stehen. In Kaija Saariahos Gegenwartsoper Innocence (aktuell […]

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Erwartbar Wundervolles zuerst

Repertoire für Orchesterreisen ist immer so eine Frage. Französische Programme für französische Orchester oder finnisches für finnische: meist eine sichere Sache. Andererseits, eine der furchtbarsten Tschaikowsky-Aufführungen meines Lebens habe ich mal von einem russischen Orchester gehört. Und es kann auch gerade reizvoll sein, in Deutschland mal Brahms zum Beispiel von einem italienischen Orchester zu hören. […]

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Fast freundliche Broligarchie

Nach Blut und tragischem Untergang, die bei dem Stoff ja drin wären, dürstet es dieses Werk durchaus nicht. Flugs wird da erledigt, wonach der trauernd-zürnende Chor der Spartaner im ersten Akt verlangt: Le cri de la vengeance est le chant des Enfers! – Der Schrei nach Rache ist der Höllengesang. Und schwupps, kaum ein paar […]

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Waldbrandszenen

Eigentlich wäre es ein guter Zeitpunkt für dieses Thema der Biennale der Berliner Philharmoniker – inmitten eines deprimierenden Wahlkampfs, in dem das Thema »Umwelt/Klima« skandalös abwesend ist, als wär’s blankes Gedöns (und als hätte die allseits aufwühlende »Migration« nicht auch viel damit zu tun). Andererseits tendieren diese kulturellen Beschäftigungen mit der »Bedrohung der Natur« öfter […]

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Farben und Fetzen

Man hört manchmal desillusionierende Geschichten aus großen Symphonieorchestern oder führt nette Zufallsgespräche mit diesem oder jenem Hinterbänkler, da kann es einem mitunter deprimiert den Rücken runterlaufen: Kunstdienst nach Vorschrift, strikte Beschränkung aufs eigene Handwerk. Was wollen solche Fachleute von der Musik? Über den eigenen technischen Spezialbereich hinaus null Interesse am Musikleben (und der Welt im […]

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Reisbrei! Herrlicher Brei!

Er gilt als das freundlichste Erbteil des sonst oft gar garstigen Wagnerismus in Deutschland: Engelbert Humperdinck. Gewiss ist das etwas eindimensional, und ein gewichtiges Werk wie seine Oper Königskinder wird selten gespielt. Das »Märchenspiel« Hänsel und Gretel von 1893 hingegen ist, vor allem in der Weihnachtszeit, allgegenwärtig. Da ist es ernstnehmenshalber schon mal zu begrüßen, […]

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Stofftier, aus dem die Träume sind

Reiche haben besseren Sex als Arme, das ist eine der immerhin diskutierbaren Ideen, die man Strauss’/Hofmannsthals unmöglichem Giga-Werk Die Frau ohne Schatten entnehmen kann. Sorgenfrei besseres Vögeln bei denen da oben, zumindest bevor die fundamentale Sex-, Ehe- und Sinnkrise einsetzt. Anfangs singt die gespenstische Amme noch übers rege Kopulationsleben bei Kaisers: Die Nacht war nicht […]

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