Das Jubiläumsjahr war leider schon voll: Bruckner, 200. Geburtstag, und Puccini, 100. Todestag, werden sowieso ständig gespielt. Arnold Schönberg, 150. Geburtstag, ist das, was denkende Dirigenten eigentlich immer machen wollen, aber sonst nur begrenzt dosieren dürfen. Ferruccio Busoni, ebenfalls 100. Todestag, gibt spezialisierten Solisten Gelegenheit, das aufzuführen, was sonst keiner auf dem Kasten hat. Und Charles Ives, mit gleich zwei Jubiläen: 150. Geburts- und 70. Todestag, der spielt granatös-famos-mystisch eh in seiner eigenen musikalischen Spektakelleague. Da bleibt anscheinend im Konzertbetrieb für Gabriel Fauré (auch 100. Todestag) noch weniger Platz als für Bedřich Smetana, der 6 Monate und 2 Tage vor Bruckner geboren wurde.
Hinzu kommt natürlich, dass Fauré eher wenige saft- und seifige Orchesterklopse geschaffen hat, und wenn, dann meist heikle »Bühnenmusiken«. Sein Zentrum aber lag »in den intimen musikalischen Gattungen«, wie der Rowohlt-Konzertführer säuselt, und zwar, weiß wiederum Wikipedia, »nach Ansicht der meisten Kenner in der Vokalmusik«.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com